26. März 2026, 14:44 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Das Foto zeigt die Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin Andrea Henze im Gespräch mit Hedwig Fijen. Bildrechte: Stadt Gelsenkirchen - Gerd Kaemper
In knapp drei Monaten wird die Manifesta, die internationale Kunst-Biennale für zeitgenössische Kunst, Architektur und Gesellschaft, internationale Besucherinnen und Besucher zum Programm „This is not a Church“ ins Ruhrgebiet einladen. 100 Künstlerinnen und Künstler aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt werden außer Dienst gestellte Kirchen dann mit ihren kreativen Ideen in ein neues Licht rücken. In Gelsenkirchen sind die Thomaskirche im Berger Feld, St. Bonifatius in Erle, St. Anna in Schalke-Nord und St. Josef in Ückendorf zu Kunstorten auserkoren worden. An letzterem Standort hat das Manifesta-Team auch sein Hauptquartier für die Manifesta16 Ruhr eingerichtet.
Am Mittwoch wurden in der St.Josef-Kirche die Namen der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler verkündet, unter ihnen so renommierte Kunstschaffende wie Ayşe Erkmen, Katharina Fritsch, Justin Lieberman und Elisabeth Price. Sie sollen – ebenso wie viele teilnehmende junge Kunstschaffende und Kunstkollektive – auch viele internationale Besucherinnen und Besucher ins Revier locken und die Verwandlung von Kirchen in Kunst- und Begegnungsräume gestalten.
„Die Manifesta kommt ins Ruhrgebiet – für mich ist das eine sehr logische Verbindung dieser Biennale mit unserem Revier, denn die Metropolregion Ruhr ist ja seit jeher ein Ort des Wandels“, betonte Oberbürgermeisterin Andrea Henze in ihrer Begrüßungsrede. „Kreative Impulse wie diese stellen die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in dieser Region heraus, man denke nur an das kulturelle Großereignis Ruhr 2010, das bis heute Früchte trägt. Sich auf die gemeinsamen Stärken zu besinnen, und sich zu verdeutlichen, dass man zusammen einfach mehr schafft, das ist besonders in Zeiten wie diesen, in denen der Ton im gesellschaftlichen und im politischen Leben immer rauer wird, wichtig. Alle Bürgerinnen und Bürger des Ruhrgebiets sind hier aufgerufen, mitzumachen und ein Teil dieser Biennale zu werden“, so Henze.
Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, der in seiner Funktion als Präsident des RVR Ruhrparlaments und als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Manifesta verkünden konnte, dass die Manifesta 16 Ruhr dank des Engagements der RVR-Städte und von Sponsoren wie der EON-Stiftung, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Mercator, der Krupp Stiftung, der RAG Stiftung und der Brost Stiftung für alle Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr kostenfrei angeboten wird, pflichtete Andrea Henze bei: „Dies wird ein kostenloses Kulturevent von internationalem Rang. Wir müssen so viele Bürgerinnen und Bürger dafür begeistern, wie wir können!“
Die Manifesta sei für alle da, betonte Hedwig Fijen, die geschäftsführende Direktorin und Gründerin der Manifesta-Stiftung. Seit der ersten Manifesta vor 30 Jahren sei das Ziel der Biennale, Bürgerinnen und Bürger Europas durch Kultur miteinander zu verbinden und ins Gespräch miteinander zu bringen. „Bei der Gründung galt es den ‚Eisernen Vorhang‘ in den Köpfen zu überwinden, aber auch heute ist der europäische Gedanke und die Begegnung miteinander wichtiger denn je“, so Fijen.
Wichtig sei zudem, dass alle Altersgruppen eingebunden werden sollen. Deshalb wird die Manifesta 16 Ruhr auch mit einem vielseitigen „Education“-Programm aufwarten. So wird es neben Angeboten für Schulklassen in den Sommerferien ein Programm für „Ferien Nebenan“ geben, mit kostenlosen Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler, die in Gelsenkirchen gemeinsam mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen angeboten werden. Hier sollen öffentliche Räume in der Nachbarschaft wie Parks, Straßen und Marktplätze erkundet werden. Ein spezielles Familienprogramm wird zudem dafür sorgen, dass Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen während der gesamten Manifesta 16 Ruhr an kreativen Workshops teilnehmen können.
Alle Informationen zum Bildungs- und Vermittlungsprogramm erhalten Interessierte über die Internetseite manifesta16.org/education.