16. März 2026, 15:28 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Die geplante Schule auf Consol ist der nächste, große Schritt in der Schulbauoffensive der Stadt. Auf dem einstigen Gelände der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen wird eine sechszügige Gesamtschule entstehen.
„Mit unserer Schulbauoffensive stecken wir mitten in einer Mammutaufgabe, die uns wirklich fordert. Aber am Ende ist es auch eine schöne Herausforderung: Denn eine Stadt, die Schulen baut, ist eine Stadt, die ihre Zukunft gestaltet. Und für uns ist es eine wunderbare Gelegenheit, denjenigen eine optimale, ja, die bestmögliche Bildungsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die es verdient haben, die sie brauchen, die vielleicht etwas mehr Unterstützung benötigen, um ihre eigene, ganz persönlichen Aufstiege in ihrem Lebenslauf zu gestalten.“, erläutert Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
Und etwas ganz Besonderes ist die neue Gesamtschule auf Consol in vielerlei Hinsicht, darauf wies Stadtbaurat Christoph Heidenreich hin: „Die neue Schule entsteht nicht einfach auf einer Freifläche, sondern auf einem Areal, das früher das Herzstück des Stadtteils Bismarck war und seit vielen Jahren wieder ein attraktiver Park und Kulturort ist. Also an städtebaulich exponierter Lage in unmittelbarer Nähe eines Industriedenkmals, wo sich das neue Schulgebäude einfügen muss. Eine städtebaulich wie architektonisch extrem ambitionierte Bauaufgabe.“
Bauherr ist die SaC-Schule auf Consol GmbH & Co. KG. Dabei handelt es sich um eine Projektgesellschaft, die eigens für diesen Zweck gegründet wurde. Die Stadt Gelsenkirchen hat mit dieser Gesellschaft im Juli 2025 einen Vertrag über die Planung und den Bau der weiterführenden Schule abgeschlossen. Die Planung erfolgte über die KRUSE GmbH. „Die Stadt Gelsenkirchen zeigt mit ihrer Schulbauoffensive, was möglich ist, wenn Bildung zur Priorität wird. Wir freuen uns, dass wir Teil davon sein können. Dass wir es bei einer Schule dieser Größenordnung schaffen, in unter einem Jahr komplett abgestimmt vom Planungsauftakt zum Bauantrag zu kommen, ist Ausdruck professioneller, intensiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit“, so Prokurist Vincent Kruse.
Die Architektur des Schulgebäudes ist so gestaltet, dass sie sich in den historischen Kontext des Ortes einfügt, aber auch eigene Akzente setzt. Die Fassade kombiniert Klinkerriemchen und farbige Akzente in Rot – ein Verweis auf die industrielle Vergangenheit des Ortes. Ganz und gar nicht von gestern sind die energetischen Standards des Neubaus. Photovoltaikanlagen, Wärmerückgewinnung und nachhaltige Baumaterialien reduzieren den ökologischen Fußabdruck.
Großzügige Verglasungen, ein zentrales Atrium und eine 1,5-fach-Sporthalle mit Teilungsmöglichkeit gehören zum Raumkonzept, das geprägt ist von Transparenz und Offenheit. Die Mensa mit eigener Küche und Bühne bietet Platz für 270 Schülerinnen und Schüler und lässt sich für Veranstaltungen mit dem Foyer verbinden.
Das Herzstück der vollkommen barrierefreien neuen Schule bildet das Prinzip der Clusterschule. Jede Jahrgangsstufe erhält einen eigenen, räumlich zusammenhängenden Lernbereich, der aus flexibel nutzbaren Unterrichtsräumen besteht. Diese können für unterschiedliche Gruppengrößen und Lernformen wie etwa Teamarbeit genutzt werden. „Diese offene, transparente Gestaltung fördert kooperatives Lernen, soziale Interaktion und individuelle Betreuung. So wird eine Lernumgebung geschaffen, die den Bedürfnissen jeder Schülerin und jedes Schülers gerecht wird – mit Raum für Kreativität, Austausch und konzentriertes Arbeiten“, freut sich Gelsenkirchens Bildungsdezernentin Anne Heselhaus.
Als ehemalige Bergbaufläche war das zu bebauende Gelände im Besitz der RAG Montan Immobilien, die über die RAG-Aktiengesellschaft eine Enkeltochter der RAG-Stiftung ist. Primäre Aufgabe der Stiftung ist die Finanzierung der Ewigkeitsauf-gaben aus dem ehemaligen Steinkohlenbergbau. Darüber hinaus fördert sie Projekte in den Berei-chen Bildung, Wissenschaft und Kultur, soweit diese im Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau stehen. Die Stiftung selbst ist ebenfalls Partner der Projektgesellschaft. Tobias Frick, Prokurist der RAG-Stiftung: „Die Investition in die Schule auf Consol ist für uns ein weiterer Baustein zur Diversifizierung unserer Kapitalanlage. Zusätzlich freuen wir uns immer, wenn wir in unserer Region investieren können und in diesem Fall mit dazu beitragen, einen attraktiven Lernort zu schaffen.“
Die Bauarbeiten beginnen im Juli, die Übergabe an die Stadt Gelsenkirchen ist für Juli 2029 vorgesehen. Mit dem Schulstart im August 2029 entsteht nicht nur ein moderner Lernort, sondern auch ein Treffpunkt im und für das Quartier.