11. März 2026, 15:24 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
von links: Markus Lüke von IFAK e.V., Paula Leh von der Fan-Initiative, Oberbürgermeisterin Andrea Henze, Inga Clever Fachstelle demokratie.bewegen der Stadt, Barbara Christ vom Mädchenzentrum und Mieke Blohm ebenfalls Fachstelle demokratie.bewegen. Bildrechte: Gerd Kaemeper
In nur zwei Wochen gibt es 45 Aktionen gegen Rassismus in Gelsenkirchen. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.März bis zum 29. März gibt es viele Möglichkeiten, mitzumachen und sich einzubringen. „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus.“, ist das Motto der diesjährigen Aktionswochen.
Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin und Schirmherrin der Demokratischen Initiative (DI), Andrea Henze, ruft zur Teilnahme auf: „Wir müssen gemeinsam gegen Rassismus und Antisemitismus aufstehen. Wir müssen aufklären kluge Strategien entwickeln. Und das tun wir!“ Dies sei leider dringend notwendig, da „politische Kräfte, die Rassismus gutheißen, mächtiger geworden sind“, so die Oberbürgermeisterin. „Die Beteiligung zahlreicher Partner im Programm zeigt, dass es in unserer Stadt einen breiten demokratischen Konsens gegen Ausgrenzung und Aufwiegelung, gegen Abwertung und Populismus gibt. Das zeigt, dass die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener bei allen Problemlagen, die es ja durchaus gibt in unserer Stadt, ihren klaren Wertekompass behalten“, so Andrea Henze weiter.
Im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! steht der DI erstmals die Partnerschaft für Demokratie zur Seite, auch um die vielen Angebote während der Wochen gegen Rassismus zu bündeln. Dies hat Markus Lüke von IFAK e.V. (Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit) übernommen: „Ich freue mich, dass über 50 ganz unterschiedliche Veranstalter und Kooperationspartner dabei sind. Sie ermöglichen zum Beispiel Begegnung, machen Angebote, um selbst kreativ zu werden oder auch um sich beraten zu lassen, wie man Rassismus entgegentritt.“
Workshops, Vorträge und Angebote zum Mitmachen
Die Fachstelle demokratie.bewegen der Stadt Gelsenkirchen bietet außerdem einen Workshop zur Projektentwicklung an, der verspricht: In 90 Minuten: Von der Idee zum Projekt. „Der Workshop legt den Schwerpunkt auf praktisches handeln, Selbstwirksamkeit und demokratische Beteiligung und zeigt, wie aus Beobachtungen konkrete Projekte entstehen können“, erläutert Inga Clever von der Fachstelle. Der Workshop ist am Freitag, 27. März, im Wissenschaftspark in der Munscheidtstraße 14, von 17:30 Uhr bis 19 Uhr. Interessierte werden gebeten, sich anzumelden, per E-Mail an inga.clever@gelsenkirchen.de oder telefonisch unter 0209 169 8549.
Wenn es gilt, sich gegen Rassismus zu stellen, dann ist die Schalker Fan-Initiative natürlich mit dabei. Denn rechtsextreme Ideologien finden sich auch bei Fußballfans. „Fußballstadien sind ein Spiegel der Gesellschaft - und leider gibt es auch dort noch rechtsextreme Strukturen. Gerade deshalb ist zivilgesellschaftliches Engagement im Fußball so wichtig - für eine klare Haltung gegen Rassismus.“, so Paula Leh von der Fan-Initiative. Am Donnerstag, 19. März, ab 18:15 gibt es im Café Ütelier, Bochumer Straße 114, einen Überblick über die neurechten Entwicklungen in Fußball(fan)kulturen.
Aktionen auf dem Heinrich König Platz
Die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen zu stärken, ist das Ziel einer gemeinsamen Aktion des Mädchenzentrums, der Beratungsstelle für Frauen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen. „In einem Aktionsraum, einem Kubus auf dem Heinrich-König-Platz, werden wir Statements zu Menschenwürde, Gleichberechtigung, Vielfalt und Antidiskriminierung präsentieren“, gibt Barbara Christ vom Mädchenzentrum einen Einblick in die Aktion am Mittwoch, 25. März, von 10 Uhr bis 13 Uhr.
Ebenfalls am Mittwoch, 25. März, gibt es eine gemeinsame Fotoaktion des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Gelsenkirchen und des Gelsenkirchener Caritasverbandes. „Während des Feierabendmarktes auf dem Heinrich-König-Platz kann mit einem Foto und einer Botschaft für Menschenwürde, Respekt und Vielfalt im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht zeigen“, lädt Didem Ulupinar von der Caritas ein.
Die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt sowie die Diakonie mit dem Quartiersladen in Gelsenkirchen-Horst sind mit weiteren Angeboten dabei. So veranstaltet die Caritas zum Beispiel ein Ramadanfest im Quartier, lädt die Diakonie zu Kreativaktionen und die Arbeiterwohlfahrt ins Kino ein.
Broschüren mit dem gesamten Programm der Wochen gegen Rassismus liegen an vielen Stellen in der Stadt aus, zum Beispiel in der Stadt- und Touristinfo im Hans-Sachs-Haus. Im Internet gibt es das Programm unter www.di-gelsenkirchen.de sowie der Seite der Partnerschaft für Demokratie https://pfd-gelsenkirchen.de und auf der städtischen Internetseite unter www.gelsenkirchen.de/iwgr.
Hintergrund
Mit dem Programm „Demokratie leben!“ fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2015 zivilgesellschaftliches Engagement für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander sowie die Arbeit gegen Radikalisierung und Polarisierung in der Gesellschaft. Ein zentraler Baustein sind die „Partnerschaften für Demokratie“. Mit Beginn der dritten Förderperiode im Jahr 2025 ist Gelsenkirchen einer von bundesweit 333 Standorten
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gehen auf einen Beschluss der Vereinten Nationen vor über 50 Jahren zurück. Damals wurde der 21. März zum „Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung“ ausgerufen.
Die Demokratische Initiative ist ein Bündnis aus Parteien, Kirchen, karitativen Einrichtungen, Gewerkschaften und weiteren relevanten Gruppen Gelsenkirchens.