22. Januar 2026, 16:17 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Die Stadt Gelsenkirchen hat ihren ersten Basisgesundheitsbericht vorgestellt. Er bietet eine umfassende Darstellung der gesundheitlichen Situation der Gelsenkirchener Bevölkerung sowie zur Versorgungslage in der Stadt. Der Bericht stellt eine wichtige Grundlage für die kommunale Gesundheitsplanung und künftige Maßnahmen der Gesundheitsförderung dar.
„Die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt hängt von vielen Faktoren ab – nicht nur vom individuellen Verhalten, sondern stark von den Lebensbedingungen“, betont Oberbürgermeisterin Andrea Henze. „Mit dem Bericht haben wir nun eine umfangreiche Datenauswertung, welche uns hilft, gesundheitsbezogene Probleme zu erkennen. Dadurch können wir die in unserer Stadt wichtigen Bedarfe besser erkennen und passgenaue Angebote entwickeln.“
Bei Zahlen, wie beispielsweise zu den koronaren Herzkrankheiten sowie bei den vermeidbaren Sterbefällen, also solchen, die durch gezielte medizinische Maßnahmen vermieden werden könnten, liegt Gelsenkirchen dabei stellenweise über dem NRW-Durchschnitt.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Bevölkerung in Gelsenkirchen die Möglichkeiten der medizinischen Vorsorge und Versorgung für diese Erkrankungen weniger in Anspruch nimmt bzw. nehmen kann als in anderen Regionen.
Dies verdeutlicht, dass gesundheitliche Chancen aufgrund von sozialen und strukturellen Rahmenbedingungen ungleich verteilt sind. Zu diesen Bedingungen gehören Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Bildung, Wohnbedingungen oder soziale Teilhabe. In Gelsenkirchen sind diese Themen aufgrund des anhaltenden Strukturwandels besonders relevant.
Hier setzt die Koordinierungsstelle Gesundheitsplanung unter anderem mit verschiedenen Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger an. Ein Beispiel ist das Projekt “MiMi – Gesundheit für alle“. Im Rahmen des Projekts bildet die Stadt Gesundheitsmediatorinnen und –mediatoren aus der Stadtgesellschaft aus, die mit Veranstaltungen zu verschiedenen Themen die Gesundheitskompetenz der Menschen verbessern.
Zudem verfolgt die Stadt einen integrierten Ansatz, bei dem Verwaltung und Partnerorganisationen aus Stadtgesellschaft und Gesundheitswesen zusammenarbeiten. Beispiele dafür sind das Projekt „Gemeinsam für Gesundheit“, das umfassende Informationen über das Gesundheitsangebot in Gelsenkirchen bündelt.
Auch die „gesundheitsförderliche Stadtentwicklung“, bei der unter anderem in Kooperation mit dem Referat Umwelt und weiteren Akteuren Maßnahmen zum Hitzeschutz in der Stadt entwickelt werden und gesundheitliche Belange stärker in Stadtentwicklungsprozesse eingebracht werden, ist ein weiteres Instrument zur Aufklärung über die medizinischen Angebote in Gelsenkirchen.
Die fachübergreifende Zusammenarbeit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadtverwaltung Gelsenkirchens ist für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation und Versorgung in Gelsenkirchen unumgänglich und wird auch noch weiter vorangetrieben.
Beispielhaft dafür steht die Gesundheitskonferenz der Stadt. Dort diskutieren Patientenvertretungen, medizinische Experten, Akteure der Gesundheitsvorsorge sowie Politik und öffentlicher Gesundheitsdienst für Gelsenkirchen wichtige Themen aus den Bereichen gesundheitliche Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung.
Ziel aller Maßnahmen der Gelsenkirchener Gesundheitsplanung ist es, sowohl das individuelle Gesundheitsverhalten als auch insbesondere die Verhältnisse, in denen die Menschen leben, positiv zu beeinflussen.
Der Basisgesundheitsbericht dient als umfangreiche Grundlage, aus der relevante Themen in detaillierteren Darstellungen sukzessive ausgearbeitet und veröffentlicht werden.
Er wird künftig regelmäßig fortgeschrieben und steht unter dem Punkt „Gesundheitskonferenz“ online zum Download zur Verfügung.