30. April 2019, 13:54 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Rund 200 Gäste folgten gestern (29. April 2019) der Einladung von Oberbürgermeister Frank Baranowski zum Arbeitnehmerempfang 2019 in das Musiktheater im Revier. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Diskussion mit der Betriebsratsvorsitzenden Barbara Kremser-Bruttel (ThyssenKrupp Electrical Steel) und dem Betriebsratsvorsitzenden Darko Manojlovic (BP) sowie mit Mark Rosendahl vom DGB Emscher-Lippe. Moderiert wurde der Abend von Radio Emscher Lippe Chefredakteur Ralf Laskowski.
Inhaltlich ging es um die Forderung der Gewerkschaften nach „guter Arbeit“. Sie weisen seit Jahren darauf hin, dass Arbeit mehr ist als ein Job, der dazu dient, den Lebensunterhalt zu verdienen. Am Arbeitsplatz verbringen die Menschen einen Großteil ihres Lebens. Deshalb sind das Betriebsklima, das Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen und die Gestaltung des Arbeitsplatzes so wichtig. Diesen sogenannten „weichen Faktoren“ wird oft nicht ausreichend Beachtung geschenkt.
In seiner Rede ging Oberbürgermeister Frank Baranowski auf das Motto der diesjährigen Mai-Kundgebungen „Europa. Jetzt aber richtig! Auf die Straße für ein solidarisches und gerechtes Europa!“ ein.
„Eines steht fest“ so der Oberbürgermeister. „Ein solidarisches, ein gerechtes Europa, das ist von den Populisten nicht zu erwarten. Die haben zwar für alles einen Sündenbock, aber für nichts eine tragfähige Lösung. Daher wünsche ich mir für die Europawahl, dass die Menschen, dass die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener am 26. Mai zur Europawahl gehen und mit ihrer Stimme deutlich machen, dass Populisten in einem freien, offenen und gerechten Europa keinen Platz haben!“
Zum Thema Arbeit und Ungleichheit in Deutschland erklärte OB Frank Baranowski: „Wenn sich die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft, wenn sich die regionalen Unterschiede vermehren und wenn sich die Gesellschaft insgesamt auseinanderentwickelt – dann ist dies doch keine kommunale Angelegenheit mehr. Und die Schieflage ist doch offensichtlich: Jahr für Jahr steigt das Privatvermögen! Die Reichen werden immer reicher, die Armen werden zahlreicher. Das ist so vielleicht etwas übertrieben. Aber: Wir haben Probleme mit prekärer Beschäftigung! Wir haben Probleme mit Kinder- und Altersarmut! Um hier eine nachhaltige Veränderung zu erzielen, braucht es jedoch vor allem Frau Merkel und Herrn Scholz. Hier ist doch grundsätzlich eine andere Politik nötig. Eine Politik, in der sich die finanziellen Hilfen auf Regionen konzentrieren, die benachteiligt sind. Eine Politik, die die Schwächeren stärkt und nicht die Starken. Und dann müssen wir z.B. über die Höhe des Mindestlohnes und die Regelbedarfe bei Hartz IV reden. Und Entscheidungen darüber werden nun wirklich nicht im Rat der Stadt Gelsenkirchen getroffen.“