30. Mai 2018, 09:45 Uhr | Demokratische Initiative Gelsenkirchen
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Im Rahmen ihrer diesjährigen Plenumssitzung erinnerte die Demokratische Initiative an den Brandanschlag am 29. Mai 1993 in Solingen. Fünf Menschen kamen an diesem Tag vor 25 Jahren in der Feuersbrunst, die rechtsextremistische Brandstifter entfacht hatten, ums Leben. Unter ihnen eine 27-jährige Mutter, die mit ihrem Kind im Arm vor den Augen der Feuerwehr in den Tod sprang sowie eine 18-jährige Frau und drei Mädchen im Alter von vier bis zwölf Jahren, die in den Flammen verbrannten oder erstickten. Zahlreiche Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Viele der Überlebenden und ihre Angehörigen leiden noch heute unter den körperlichen und seelischen Folgen dieses bis dahin schlimmsten ausländerfeindlichen Verbrechens der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Das Bild dieses Hauses in Solingen mit dem ausgebrannten Dachstuhl löste nicht nur in Deutschland sondern weltweit Abscheu und Entsetzen aus. Die vier Täter aus der Neonaziszene wurden 1995 u.a. wegen fünffachen Mordes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Hintergrund für diesen Anschlag, dem Anfang der 1990er Jahre pogromartige Ausschreitungen in Rostock und Hoyerswerda und ein erster Mordanschlag in Mölln vorausgingen, war u.a. blinder Hass auf Fremdes, auf Menschen, die vermeintlich anders sind.
Leider erleben wir auch 25 Jahre nach den Solinger Anschlägen weiterhin nationalistische Parolen, antidemokratisches Denken und Handeln, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Intoleranz. In Deutschland vergeht kein Tag im Jahr, an dem nicht mindestens eine Gewalttat mit rechtsextremistischem Hintergrund verübt wird, auch wenn das medial nicht mehr so in Erscheinung tritt. Mittlerweile sind rechte Populisten mit ihren vermeintlichen Lösungen für komplexe Probleme des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels sogar in zahlreiche deutsche Parlamente und Stadträte eingezogen. Das macht deutlich, dass es nach wie vor notwendig ist, diesen Vereinfachern mit ihren mindestens teilweise rechtsextremistischen Vorstellungen aktiv entgegenzutreten.
Die Demokratische Initiative, die im Übrigen vor dem Hintergrund der erwähnten Anschläge im Dezember 1992 gegründet wurde, wird daher nicht müde, ihre Stimme gegen jede Art von Rassismus und Rechtsextremismus zu erheben und für ein demokratisches Miteinander einzustehen.