20. Dezember 2016, 11:32 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Ruhrgebiet ist heute eine der dichtesten und vielfältigsten Wissenschaftslandschaften der Welt. Dies ist nicht nur das Ergebnis einer gezielten Wissenschafts- und Ansiedlungspolitik im Zeichen der Strukturförderung während des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts. Vielmehr gehört Wissenschaft, gehören wissenschaftliche Einrichtungen bereits seit der Hochindustrialisierung untrennbar zur Region.
Eine öffentliche Vortragsreihe „Wissenschaftsgeschichte des Ruhrgebiets“ nimmt Entwicklungen, Strukturen, Institutionen und Akteure der regionalen Wissenschaftsgeschichte in den Blick. Die Vortragsreihe wird getragen von der sogenannten Forschungsplattform „Wissenschaftsgeschichte des Ruhrgebiets“ im Wissenschaftsforum Ruhr e.V. und der Universitätsallianz Ruhr. Das Gelsenkirchener Institut für Stadtgeschichte, das auch Mitglied im Wissenschaftsforum Ruhr als Organisation von schon 46 außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist, ist einer den Initiatoren der Reihe.
Die Vielfalt der Wissenschaftslandschaft Ruhrgebiet zeigt sich auch daran, dass bereits die 3. Vortragsreihe im laufenden Wintersemester durchgeführt wird. Vielfach finden die Vortragsveranstaltungen an den Schauplätzen des wissenschaftlichen Geschehens statt. Am Mittwoch, 21. Dezember 2016, wird so in der Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" an der Cranger Straße 323 in 45891 Gelsenkirchen um 18 Uhr auf vielfach übersehene wissenschaftliche Einrichtungen im Ruhrgebiet hingewiesen. Die Dokumentations- und Gedenkstätten im Ruhrgebiet, die auch mit spezifischen Erinnerungsorte nun schon seit den 1960er Jahren bestehen, haben mit ihrer Forschungsarbeit vor Ort und ihren Möglichkeiten einer genauen Analyse von Entwicklungen und Ereignissen in den Ruhrgebietsstädten die Forschungen zum Nationalsozialismus ganz erheblich vorangebracht. Vielfach ging es hier um von der übergreifenden Forschung vernachlässigte Opfer, aber insbesondere auch um Täter, um das Verhalten von Institutionen und Unternehmen. In den Gedenkstätten wurden vielfältige Anregungen erarbeitet und vielfach Anregungen gegeben für lokale Forschungsprojekte, die dann von unterschiedlichen Akteuren vorangetrieben wurden.
Am kommenden Mittwoch wird Prof. Dr. Stefan Goch vom Institut für Stadtgeschichte in einem Vortrag mit dem Titel „Forschungen zum Nationalsozialismus vor Ort: Die Gedenkstättenarbeit im Ruhrgebiet" diese Geschichte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in den Dokumentations- und Gedenkstätten und an Erinnerungsorte vorstellen.