20. April 2016, 12:07 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat Stadtdirektor Dr. Manfred Beck der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) den Vorschlag des Fachforums Kommunen zum Nationalen Aktionsplan BNE vorgetragen.
Der Nationale Aktionsplan BNE soll in Deutschland die Umsetzung des Weltaktionsprogramms BNE der Vereinten Nationen gewährleisten. Er wird auf Länderebene durch eigene BNE-Strategien ergänzt. Auf kommunaler Ebene sollen dann Aktionspläne erstellt werden, die eine Umsetzung bis 2019 gewährleisten.
Der Nationalen Plattform gehören Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten gesellschaftlichen Strukturen und Organisationen an. Vorsitzende ist die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen.
Die von Dr. Beck vorgeschlagenen fünf Handlungsfelder mit Blick auf die Kommunen wurden in den Nationalen Aktionsplan aufgenommen.
Im Handlungsfeld 1 soll ein kommunaler BNE-Kodex entwickelt werden. Dies beinhaltet die verbindliche Verankerung von BNE (z.B. durch Ratsbeschluss), die strukturelle Verankerung von BNE in der Verwaltung (z.B. Stabsstelle) und die Erstellung eines Aktionsplans.
Das Handlungsfeld 2 betrifft BNE-Anreize und Verstetigung in den Kommunen. Gemeint ist die Erstellung einer „Positivliste“ von BNE-Aktivitäten, die Unterstützung durch die Kommunalen Spitzenverbände, die Beratung und Förderung von Kommunen (z. B. durch Regionale Kompetenzzentren) sowie die Förderung entsprechender Kompetenzen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Handlungsfeld 3 ist die Kompetenzentwicklung BNE in Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung und meint, BNE als Querschnittsaufgabe wahrzunehmen, Fort- und Weiterbildungsbedarfe zu identifizieren und Angebote zu organisieren sowie Qualitätskriterien festzulegen und ein Monitoring zu installieren.
Handlungsfeld 4 trägt den Titel BNE als Standortfaktor. BNE soll fester Bestandteil kommunaler Berichterstattung werden (z.B. im Nachhaltigkeitsbericht und im Bildungsbericht), es soll eine Übersicht über BNE-Lernangebote und -Lernorte erstellt werden, herausragende BNE-Projekte gewürdigt und BNE in die Corporate Identity der Kommune aufgenommen werden.
Im Handlungsfeld 5 Vernetzung und Partizipation geht es darum, Netzwerkbildung und -ausbau zu fördern sowie die Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen an der Gestaltung des Gemeinwesens zu ermöglichen.
Stadtdirektor Dr. Beck: „Als Vorsitzender des Fachforums bin ich natürlich zufrieden, dass es gelungen ist, die Nationale Plattform mit unseren Themen zu überzeugen. Ebenso erfreut bin ich darüber, dass viele der Forderungen in Gelsenkirchen bereits angegangen oder gar realisiert worden sind. Gerne würden wir unsere Kompetenzen zur Verfügung stellen, um andere Kommunen des Ruhrgebiets oder in ganz NRW dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu finden. Der Leiter des Zukunftsstadtbüros, Werner Rybarski und ich selbst würden gerne ein entsprechendes Kompetenzzentrum für das Ruhrgebiet aufbauen.“