18. Februar 2016, 11:04 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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„Wege in die Zukunftsstadt“ heißt die Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, zu der am 22. und 23. Februar auch Gelsenkirchen nach Berlin eingeladen wurde. Im Fokus der Konferenz steht der Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030+“ als ein Teil der neuen Innovationsplattform „Zukunftsstadt“ der Bundesregierung. Hier sollen unter anderem die ersten Ergebnisse der Wettbewerbsteilnehmer vorgestellt werden.
„Wege in die Zukunftsstadt“ will auch Gelsenkirchen beschreiten. Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs hat sich seit dem Sommer des vergangenen Jahres schon viel getan. In Gelsenkirchen sollen Bildung und Partizipation, also Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung unserer Stadt, den Weg zur lernenden Stadt ebnen. Bürgerinnen und Bürger, Stadtverwaltung und Institutionen haben nun in den vergangenen Monaten gemeinsam, in Expertenworkshops, Konferenzen und vielen Gesprächen, Handlungsfelder und erste Maßnahmen für die gemeinsame Vision identifiziert.
In Berlin bekommt Gelsenkirchen vierfach die Gelegenheit, diese Idee der „Lernenden Stadt“ in das rechte Licht zu rücken. Nicht nur im Rahmen eines „Marktes der Ideen“ kann sich die Stadt präsentieren, sondern auch mit zwei Videofilmen, einem Impulsreferat von aGEnda 21-Büroleiter Werner Rybarski und auf einem zentralen Podium durch Stadtdirektor Dr. Manfred Beck.
Werner Rybarski, der den Zukunftsstadt-Prozess in Gelsenkirchen koordiniert, wird in der Arbeitsgruppe „Zusammenhalt und Entfaltung“ einen Vortrag zu den Netzwerkstrukturen und Stadtteilinitiativen in Gelsenkirchen geben. „Wir haben in Gelsenkirchen eine langjährige Netzwerk-Tradition, vor allem in den Stadtteilen und Quartieren. Und hier finden wir auch die größten Gestaltungspotentiale. Runde Tische und Stadtteilinitiativen arbeiten kontinuierlich und mit Begeisterung an der Erschaffung einer lebenswerten und liebenswerten Zukunft für Gelsenkirchen mit.“
„Wir möchten in Berlin gerne zeigen, dass es auch in einer Stadt mit schwieriger Haushaltslage und hohen sozialen Belastungen gelingt, positive Zukunftsvisionen zu entwickeln“, so Dr. Manfred Beck. Er wird sich auf dem Podium der Frage stellen, ob wir mehr Forschung brauchen oder es Defizite in der Umsetzung der Zukunftsgestaltung gibt. „Auch Forschungspotentiale gibt es in Gelsenkirchen genug. Mögliche Forschungsfelder zeigen beispielsweise die beiden Filme, die im Rahmen des Wettbewerbs in Gelsenkirchen entstanden und in Berlin präsentiert werden“, so Dr. Beck weiter. Gezeigt werden der kürzlich erschienene Waldwärts-Dokumentarfilm sowie der von jungen Geflüchteten gedrehte Kurzfilm „Klang der Zukunft“. Auch Bildungsmonitoring müsse sich laut Dr. Beck stärker als bisher dem Thema „Zukunftslernen“ widmen.
„Den Weg zur Lernenden Stadt muss ganz Gelsenkirchen schließlich gemeinsam gehen, Bürgerinnen und Bürger mit Verwaltung, Politik und Institutionen. Bislang hat das ganz gut geklappt. Die gemeinsame Vision wird bis Ende Mai abgestimmt, verschriftlicht und visualisiert sein“, versichert der Stadtdirektor.
Zum Hintergrund:
Im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ zeigen 51 Städte und Gemeinden, wie Forschung schon heute dazu beiträgt, Städte nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Bürgerinnen und Bürger lösen gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vor Ort die großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, es geht um Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. Nach Abschluss der ersten Phase werden ab Sommer 2016 20 von einer Expertenjury ausgewählte Städte weiter an ihren Visionen 2030 arbeiten und diese in ein umsetzungsreifes Konzept überführen. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in so genannten „Reallaboren“ in die Praxis umsetzen. Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der mit der Konferenz „Wege in die Zukunftsstadt“ gestarteten Innovationsplattform „Zukunftsstadt“.
Weitere Informationen:
Zur Erarbeitung der Vision fanden in Gelsenkirchen drei Zukunftskonferenzen, zwei Verwaltungsworkshops, über zehn Expertenworkshops, verschiedene Projekte, Konferenzen und eine Online-Befragung statt.
Das Institut Futur der Freien Universität Berlin begleitet Gelsenkirchen in dem Prozess wissenschaftlich.
Es wurden sieben Handlungsfelder identifiziert und konkretisiert:
1. schulische und außerschulische Bildung und Verbindung der Bereiche
2. Lebenslanges Lernen und Übergänge zwischen den Systemen
3. Bildungs- und Lernorte
4. Erfahrungs- und Kompetenztransfer/ Neuzuwanderung
5. Digitale Transformation
6. Lernen durch Partizipation
7. Netzwerke, Stadtteile und Quartiere
Die Vision soll in den nächsten Wochen mit möglichst vielen Akteuren in der Stadtgesellschaft abgestimmt werden.
Gelsenkirchen wird sich im Sommer 2016 für die zweite Phase des Wettbewerbs bewerben.
Rückfragen an das aGEnda 21-Büro
Werner Rybarski, 0209 / 147 91 30
Anhang:
Programm der Konferenz „Wege in die Zukunftsstadt“
Factsheet zur Konferenz