Die Zukunftspartnerschaft Wohnen ist eine Stadtumbaumaßnahme mit dem Ziel, den Gelsenkirchener Wohnungsmarkt nachhaltig zu stärken.
In Gelsenkirchen stehen rund 9.000 Wohnungen leer. Dies entspricht ca. 6,5% der Wohneinheiten. Dies führt dazu, dass Investitionen in den Wohnungsmarkt nicht mehr in notwendiger Weise getätigt werden. Um den Markt zu revitalisieren, sollen bis 2032 Jahren bis zu 3.000 nicht marktgängige Wohneinheiten vom Markt genommen werden. Sie werden aufgekauft, zurückgebaut oder saniert. Dies bietet die Chance, neue Impulse zu setzen, Quartiere neu zu gestalten, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Quartieren zu verbessern, Freiflächen und Klimavorsorge zu schaffen, Gewerbeentwicklung zu ermöglichen, Daseinsvorsorge durch neue Flächen für beispielsweise Schulen und Kitas zu betreiben und Experimente zu wagen.
Es werden Investitionen in den Wohnungsmarkt unterstützt und der Wohnungsbestand modernisiert. Dies erfolgt durch die Förderung privater Bauherren, die Bereitstellung von Flächen und durch städtische Infrastrukturmaßnahmen oder Freiflächenentwicklungen auf frei gewordenen Grundstücken.
Möglich macht dieses Großprojekt die sogenannte „Zukunftspartnerschaft zwischen dem Land NRW und der Stadt Gelsenkirchen“. Das Investitionsvolumen des Gesamtprojekts bis 2032 liegt bei bis zu einem dreistelligen Millionenbereich. Zusätzlich werden in der Stadt Gelsenkirchen Sonderkonditionen in der Wohnraumförderung angeboten, von denen auch Private profitieren können.
Mit der Zukunftspartnerschaft Wohnen kann die Stadt Gelsenkirchen somit auf einem ganz anderen Niveau das fortsetzen, was sie bereits mit dem Förderprogramm Modellvorhaben Problemimmobilien praktiziert hat. Seit 2022 konnten so bereits 73 Gebäude mit 380 Wohneinheiten angekauft und 14 Gebäude zurückgebaut werden.
- Die Bereinigung des Wohnungsmarktes um 3.000 Wohneinheiten bis 2032 mit dem Ziel, eine Leerstandsquote von unter 5 % zu erreichen
- Die Beseitigung von Problemimmobilien durch Abriss oder Modernisierung
- Die Schaffung von Wohnqualität durch Bestandssanierung, Rückbau und Neubau mit qualitativ hochwertige Verbesserungen. Stadtbildprägende sowie denkmalgeschützte Häuser bleiben erhalten.
- Die Umbaumaßnahme folgt einer Gesamtstrategie: Rückbau oder Umnutzungen sollen vor allem in Quartieren erfolgen, in denen städtebauliche Substanz- oder Funktionsschwächen wie zum Beispiel die starke Einwirkung von Verkehrslärm oder einer Vielzahl von verwahrlosten Gebäude vorliegen. Attraktive Wohnquartiere mit Verbesserungspotenzialen werden hingegen weiter aufgewertet und langfristig als Wohnquartier gestärkt.
Das Projekt fügt sich ein in die kommunale Stadtentwicklungsstrategie, die nach innen entwickelt, nachhaltige Räume stärkt, Klimawandel und Klimaschutz gestaltet, starke Orte strahlen lässt, stabile und lebendige Wohnquartiere erhält und schafft, eine zukunftsorientierte und nachhaltige Wohnraumversorgung bietet und Wirtschaftsstandorte sowie Innovationen fördert.
Mit der „Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032“ haben das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Gelsenkirchen sowie zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft die Zukunftspartnerschaft Wohnen um ein neues Kapitel erweitert. Aufbauend auf der bisherigen Zukunftspartnerschaft wird der Fokus seit 2026 erweitert: Neben der Stabilisierung des Wohnungsmarktes rücken wirtschaftliche Entwicklung, Klimaanpassung und innovative Nutzungskonzepte stärker in den Mittelpunkt.
Gemeinsam mit der Gelsenkirchener Wirtschaft werden freiwerdende Flächen gezielt für Unternehmen, Handwerk und Industrie entwickelt werden. Ziel ist es, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Wertschöpfung zu erhöhen und Gelsenkirchen als Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken. Weitere Informationen zur Stadtperspektive Gelsenkirchen finde sie unter www.gelsenkirchen.de - „Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032“ – TEAM GE 2032 macht sich auf den Weg.
Die durch den Rückbau von Immobilien freiwerdenden („geernteten“) Materialien sollen immer häufiger wiederverwendet werden. In der seit Dezember 2025 eröffneten Baustoffboerse Gelsenkirchen werden Bauteile aus Rückbauten im Rahmen der Zukunftspartnerschaft Wohnen für alle Interessierten freigegeben. Das ist sowohl zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beim Bauen sowie aufgrund der Knappheit von Rohstoffen wichtig, sondern auch weil diese ‚Baustoffe mit Lebenslauf‘ teils echte Liebhaberstücke und somit für den Schuttcontainer viel zu schade sind. Gelsenkirchener Geschichten lassen sich auch im Rückbau von Gebäuden erzählen und es ist wunderbar, wenn diese historischen Schätze wieder eingesetzt werden können.
Im Hinterhof der Bochumer Straße 148/150 steht nun eine Anlaufstelle zur Verfügung, in der die Baustoffe reserviert werden können. Weitere Informationen finden Sie unter www.gelsenkirchen.de - Baustoffbörse.
Die Zukunftspartnerschaft Wohnen, die Stadtperspektive sowie die Baustoffboerse Gelsenkirchen sind Projekte der Stabsstelle Zukunftspartnerschaft Wohnen und strategische Stadterneuerung. Die Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen SEG ist die städtische Gesellschaft, die dieses Projekt gemeinsam mit der ZPW/SE umsetzt.