Kino, 19. März 2026, 19:00 Uhr, Kulturraum „die flora“
Filmplakat. Bildrechte: Salzgeber
"Der Kulturraum die flora gesellt sich 2026 dem Netzwerk der QUEERFILMNACHT und entführt mit dem Film ""Enzo"" an die Côte d’Azur. Der Film erzählt die bewegende Geschichte eines 16-jährigen Außenseiters, der sich gegen die Erwartungen seiner wohlhabenden Eltern stellt und eine Lehre als Maurer beginnt, weit entfernt vom komfortablen Leben in der Villa seiner Familie.
Regisseur Robin Campillo vollendet mit dem Film das gemeinsame Projekt mit dem verstorbenen Laurent Cantet und schafft ein sensibles Porträt des Erwachsenwerdens zwischen Rebellion und Sehnsucht.
Ein stiller, intensiver Blick auf Jugend, Klasse und Verlangen, der lange nachhallt"
Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo dort die Schule beenden und studieren. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an – zum Missfallen seiner Familie. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen auf dem Telefon zeigt. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat – doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter. Wer bin ich, wenn ich nirgendwo wirklich zuhause bin? Die sonnengetränkten und sehnsuchtsvollen Bilder eines südeuropäischen Sommers erinnern fern an „Call Me By Your Name“, doch „Enzo“ wirft dabei einen von Grund auf ehrlichen Blick auf den Versuch eines Erwachsenwerdens – mit allem jugendlichen Unbehagen, das dazugehört: gegenüber der eigenen Identität, den eigenen Gefühlen, dem eigenen politischen Bewusstsein. Einfache Antworten geben und brauchen die Figuren in „Enzo“ nicht, dazu sind sie zu komplex, zu echt – so wie man es kennt, vom großen Laurent Cantet („Die Klasse“), der das Drehbuch schrieb, aber starb, bevor er den Film vollenden konnte. Die Regie übernahm sein langjähriger Filmpartner und Freund Robin Campillo („120 BPM “). 2025 eröffnete der Film die Sektion Quinzaine des Cinéastes in Cannes.
Eintritt 5,00 €, ermäßigt 3,00 €