19. April 2026, 20:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
231 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im zum Auszählungsraum umfunktionierten Atrium des Hans-Sachs-Hauses. Bildrechte: Gerd Kaemper
„Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Gelsenkirchen an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ Dies war die Frage des ersten Ratsbürgerentscheids in der Geschichte der Stadt. 184.444 abstimmungsberechtigte Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener waren aufgerufen, diese Frage zu beantworten.
231 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im zum Auszählungsraum umfunktionierten Atrium des Hans-Sachs-Hauses leerten um Punkt 18:00 Uhr die Urnen und begannen auszuzählen. Um 20:33 Uhr lag das vorläufige Endergebnis vor.
25,9 Prozent der stimmberechtigten Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener haben ihre Stimme abgegeben. Mit Ja haben 74,2 Prozent votiert, 25,8 Prozent haben Nein angekreuzt. Mindestens zehn Prozent aller Stimmberechtigten mussten ein positives Votum abgeben, damit dieser gültig ist. Dieses Quroum wurde somit erreicht. Alle Informationen zum Ausgang des Ratsbürgerentscheids in Gelsenkirchen gibt es unter www,gelsenkirchen.de.
Nun ist die erste Hürde auf dem Weg zu Olympia in Gelsenkirchen genommen. „Ich freue mich sehr, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit so überwältigender Mehrheit für die Austragung der Olympischen Spiele ausgesprochen haben. Mein Dank gilt allen, die mit ihrem Engagement zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Aber ehrlich gesagt habe ich es in dieser so sportbegeisterten Stadt auch nicht anders erhofft, ja sogar erwartet“, so Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze in einer ersten Stellungnahme.
„Schwimmwettbewerbe in der Arena auf Schalke wären ja auch etwas ganz Besonderes mit Rekorden im Becken und Zuschauerrekorden auf den Rängen mit bis zu 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauern“, blickt die Oberbürgermeisterin auf Olympia in Gelsenkirchen.
Doch ob es so kommt, das ist trotz des positiven Votums aus Gelsenkirchen längst nicht sicher. Erst im Herbst will der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden, mit welchem Standort Deutschland ins internationale Rennen geht. Nationale Mitbewerber sind Berlin, München und Hamburg. Selbst wenn ein deutscher Kandidat feststeht, muss dieser sich gegen starke internationale Bewerber wie zum Beispiel Istanbul oder Doha durchsetzen. Letztlich entscheidet das IOC (International Olympic Comitee) über die Vergabe.
„Schon das Bewerbungsverfahren hat uns die Möglichkeit gegeben, Gelsenkirchen und den Standort neu, sympathisch und optimistisch zu präsentieren, was uns viele Türen öffnen kann“, ist Oberbürgermeisterin Henze überzeugt, dass der olympische Geist schon jetzt gewirkt hat.
Die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele der Region KölnRheinRuhr setzt auf eine breite demokratische Legitimation durch die Bevölkerung. Als einzige Bewerberregion führt KölnRheinRuhr daher Ratsbürgerentscheide in allen 17 am Konzept beteiligten Kommunen durch. Mehr als vier Millionen Bürgerinnen und Bürger waren aufgefordert bis zum 19.April ihre Stimme für Olympische und Paralympische Spiele abzugeben. Informationen zu den Ergebnissen der anderen Städte sind unter www.olympiabewerbung.nrw abrufbar. Die Verkündung des vorläufigen Ergebnisses der Bewerbung KölnRheinRuhr wird dort voraussichtlich ab 21:00 Uhr als Livestream zu verfolgen sein.