26. März 2026, 15:38 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Gelsenkirchen war als einzige Stadt Nordrhein-Westfalens (NRW) stets Austragungsort von Fußballwelt- oder Fußballeuropameisterschaften. Nun sollen auch Olympische und Paralympische Spiele in Gelsenkirchen ausgetragen werden. Ob es so kommt, ist aber noch längst nicht gewiss. Gelsenkirchen könnte sich als Teil der Region Rhein-Ruhr gemeinsam mit 16 weiteren NRW-Städten als Austragungsort bewerben - wenn es dafür beim Ratsbürgerentscheid am 19. April in Gelsenkirchen eine Mehrheit gibt.
Damit im Jahr 2036, 2040 oder 2044 olympische Wettbewerbe ausgetragen werden könnten, müssen noch einige Hürden genommen werden. Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze hat bei einem Unternehmertreff in der Gelsenkirchener VELTINS-Arena am Mittwoch, 25. März, dazu eingeladen, die Hürden gemeinsam zu nehmen und sich auf den Weg zu machen: „Genau deshalb haben wir Sie heute eingeladen, als Botschafterinnen und Botschafter in unserer Stadt und für unsere Stadt – ich freue mich, wenn Sie die Bewerbung unterstützen und mit dabei sind!“
Bei einer erfolgreichen Bewerbung wird in der Arena aber nicht der Ball rollen, sondern die Schwimmwettbewerbe ausgetragen. Da, wo sonst der Rasen in seiner Wanne liegt, wird ein riesiger Schwimmbereich temporär gebaut. Schwimmen, Paraschwimmen, Turmspringen, Wasserball und Synchronschwimmen vor bis zu 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wären so möglich.
„Olympia und olympisches Schwimmen sind eine Riesenchance, den Standort Gelsenkirchen noch einmal in ein richtig gutes Licht zu rücken. Investitionen auf die wir vielleicht lange warten müssten in die Digitalisierung, die Mobilität, in unsere Sportanlagen und unsere Infrastruktur – die würden vorgezogen“, führte die Oberbürgermeisterin weiter aus. Und: Schon das Bewerbungsverfahren räume große Chancen ein, Gelsenkirchen und den Standort neu, sympathisch und optimistisch zu präsentieren. „Das kann uns allen in Gelsenkirchen viele Türen öffnen. Und dabei wollen wir von Seiten der Stadt sehr gerne mit Ihnen zusammenarbeiten“, so Oberbürgermeisterin Henze.
Beim FC Schalke 04 würde man sich sehr freuen, wenn zu all den Veranstaltungen, die in der Arena ausgetragen werden, auch olympische Wettkämpfe hinzukämen, sagte Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers in ihrer Begrüßungsrede. „Wir teilen die Werte des olympischen Geistes wie Gemeinschaft, Zusammenhalt und die Begeisterung für den Sport weit über Fußball hinaus“, betonte sie „im Wohnzimmer des FC Schalke 04.“
Welchen sportlichen Reiz und welch eine besondere Atmosphäre olympische Spiele haben, vermittelten erfolgreiche Gelsenkirchener Olympioniken der vergangenen Jahre: der Bogenschütze Frank Marzoch und die Bogenschützin Barbara Kegelmann, die im Bogensport Club Gelsenkirchen ihre sportliche Heimat hatten, sowie der in Gelsenkirchen geborene Boxer Norbert Nieroba. Er stieg für den Box-Club Erle 1949 und den Box Klub Ahlen in den Ring.
Dass Olympia in Gelsenkirchen alles übertreffen würde, davon ist Gelsenkirchens Olympia-Botschafterin Brigitte Präsang überzeugt. Die 77-Jährige schwimmt seit ihrem sechsten Lebensjahr und war erfolgreiche Leistungsschwimmerin, auch wenn sie es nicht zur Olympiade schaffte. Von 2012 bis 2020 war sie die Leiterin des Schwimmleistungszentrums Nordwestfalen. Als Geschäftsführerin der Schwimmgemeinschaft Gelsenkirchen ist Brigitte Präsang bis heute aktiv in der Stadt und eng mit dem Schwimmsport verbunden. Ihr klares „Ja“ für Gelsenkirchen als Austragungsort verbindet sie mit dem Hinweis auf die Tradition des Schwimmsports in der Stadt und mit der Hoffnung, dass die Olympiade in Gelsenkirchen viele junge Menschen für das Schwimmen begeistern könnte.
Überaus optimistisch war auch NRW-Olympiabotschafter Peer Steinbrück, dass es gelingen kann, die olympischen Spiele an Rhein und Ruhr zu holen. Schließlich habe die Region schon mehrfach bewiesen, dass sie die unterschiedlichsten Großveranstaltungen meistern könne. „Welche Region kann auf kurzen Wegen schon über 14 Millionen sportbegeisterte Menschen erreichen?“, fragte er und gab die Antwort gleich mit: „Das schaffen die Konkurrenten wie München, Hamburg oder Berlin nicht, die sich ebenfalls bewerben. Den versammelten Unternehmerinnen und Unternehmern verdeutlichte er: „Das sind übrigens auch alle potenzielle Kundinnen und Kunden“, und warb für die Unterstützung der Region Rhein-Ruhr für die Bewerbung. „Denn“, führte er weiter aus: „Ein starker Rückhalt in der Region kann ein wichtiges, vielleicht sogar entscheidendes Pfund im Wettbewerb mit den anderen Städten sein.“
Über die Teilnahme an der Bewerbung können die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger beim Ratsbürgerentscheid am 19. April abstimmen. Stimmberechtigt sind alle, die das 16. Lebensjahr vollendet, die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines europäischen Mitgliedsstaates haben.