19. März 2026, 15:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Über 20 Jahre stand das Hochhaus an der Emil-Zimmermann-Allee 1 leer und hatte sich in dieser Zeit mehr und mehr zu einem Schandfleck im Stadtteil entwickelt. Nachdem Gelsenkirchen das erste gerichtsfestes Rückbaugebot nach § 179 BauGB in Deutschland erstritten hatte, konnte der Weg zu einem Neuanfang geebnet werden. Inzwischen sind das Haus und zwei Nebengebäude Geschichte. Michael Türk, Familienunternehmer aus Ratingen, hat die Gebäude erworben und in den vergangenen Wochen bereits vollständig abgerissen. An der Stelle werden nun mit Unterstützung des Landes eine attraktive Wohnbebauung und eine Kindertagesstätte entstehen.
Den Stand des Projektfortgangs hat Investor Michael Türk heute auf dem Baustellengelände an der Emil-Zimmermann-Allee 1 erläutert. Dabei hob er erneut die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervor und erwähnte neben der Stadtverwaltung besonders die NRW Bank, die Sparkasse Gelsenkirchen und die beteiligten Referate der Stadt Gelsenkirchen.
Staatssekretär Daniel Sieveke vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen erklärte, dass es ein guten Tag für Gelsenkirchen und Nordrhein-Westfalen sei. „Hier entsteht etwas Neues, weil die Stadt den Mut und den langen Atem hatte, das Problem anzugehen. Gleichzeitig haben wir mit Michael Türk einen starken und mutigen Partner gefunden, der nach vorne denkt. Und nicht zuletzt ist das Land Nordrhein-Westfalen mit der öffentlichen Wohnraumförderung mit rund elf Millionen Euro Möglichmacherin für bezahlbares Wohnen und für eine Kindertagesstätte“.
Aktuell wird vor Ort der Bauschutt verarbeitet und im August beginnen die Arbeiten für den Neubau. Es entstehen dann 41 Wohnungen und eine Kindertagesstätte in Trägerschaft von GeKita. Rund 22 Millionen Euro investiert Michael Türk in das Bauvorhaben.
„Das Projekt Emil-Zimmermann-Allee ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir mit Unterstützung des Landes NRW und auch des Bundes nicht nur alte Lasten beseitigen, sondern auch neue Perspektiven schaffen“, so Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
Hintergrund: Bis zum Abbruch der Gebäude Emil-Zimmermann-Allee 1 und Horster Straße 201-203 war es ein langer Weg. Seit rund 20 Jahren stehen die Häuser leer und sind durch Verwitterung und Vandalismus stark beschädigt. Ein Kompetenzteam bestehend aus den Referaten Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Recht, Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Gelsenkirchen hatte über Jahre eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Instrumenten eingesetzt, die teilweise bundesweit Aufmerksamkeit fanden. Zum Erfolg führte schließlich ein sogenanntes Rückbaugebot, das nach langen Rechtsstreitigkeiten mit dem damaligen Eigentümer im März des Jahres 2024 vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigt wurde. Als erstes Verfahren dieser Art hat das Urteil eine über diesen Fall hinausgehende Bedeutung. Es wurde und wird daher bundesweit beachtet.