14. April 2020, 15:53 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Das „zu Hause bleiben“ ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Pandemie. Es wird leider aber auch für manche Frauen und Kinder zu einer ernstzunehmenden Gefahrenquelle.
In einem gemeinsamen Appell bitten deshalb das Gelsenkirchener Jugendamt und die Gleichstellungsstelle alle Wohnungsgesellschaften ihre Mitarbeitenden aufzufordern Auffälligkeiten, die auf familiäre Gewalt schließen lassen, nachzugehen und direkt zu melden und sich direkt an das Jugendamt zu wenden, wenn Kinder betroffen sind.
Mieterinnen und Mieter sollten mit entsprechenden Anschreiben, Flyern und Plakaten in den Hausfluren und an den schwarzen Brettern für das Thema und die möglichen Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten sensibilisiert werden.
Die Wohnungsgesellschaften können auch auf den eigenen Social-Media-Kanälen aktiv das Problem der häuslichen Gewalt thematisieren und auf weitere Beratungshotlines und Ansprechpersonen hinweisen.
Infos zu den Angeboten gibt es unter dem Link www.gelsenkirchen.de/de/Soziales/Gesundheit/Coronavirus/_Hilfe_und_Beratung/.
Expertinnen und Experten haben vor einem Anstieg der häuslichen Gewalt als Pandemiebegleiterscheinung gewarnt. Erste Zahlen und Erhebungen aus anderen Ländern bestätigen diese Befürchtungen. Das erzwungene Leben auf engem Raum, Existenzängste und Zukunftssorgen können unter Corona in den häuslichen Gemeinschaften Aggressionen, Streit und Gewalt in der Familie befördern.
Derzeit sind die Menschen in der Nachbarschaft unter Umständen die einzigen Personen, die etwaige Gefahrenlagen von Betroffenen wahrnehmen können. Grund genug also, sich an die Nachbarschaft vor Ort zu wenden, denn sie kann eine praktische Alltagshilfe für den Schutz der Frauen und Kinder sein.
Nachbarschaft ist den Opfern häuslicher Gewalt oftmals am nächsten und bekommt sehr früh erste Hinweise und Verdachtsmomente mit. Zivilcourage und aktive Hausgemeinschaft können ein klares Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt setzen.
Es geht nicht um ein gegenseitiges Denunzieren, sondern um eine alltagspraktische und konkrete Nachbarschaftshilfe um den Gewaltkreislauf in Familien zu unterbrechen.