07. September 2016, 10:22 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Zwei Filme, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, stehen in dieser Woche auf dem Programm des Kommunalen Kinos. Während „Junges Licht“ ein Ruhrgebietsfilm par excellence ist und aufgrund der Renovierung der Schauburg Ende Juni nun bewusst ein zweites Mal im KoKi-Programm steht, spielt „Lou Andreas-Salomé“, der zweite Film der Monatsreihe „Frauenporträts“, in der intellektuellen Welt des 19. Jahrhunderts. „Junges Licht“ ist am Sonntag, 11. und Montag, 12. September zu sehen, „Lou Andreas-Salomé“ wird am Dienstag, 13. September gezeigt. Die Veranstaltungen finden im Schauburg Filmpalast (Horster Str. 6) statt und beginnen am Sonntag um 12.45 Uhr, ansonsten um 18 und 20.30 Uhr.
„Junges Licht“ ist der neueste Film von Adolf Winkelmann, der darin aus der Perspektive eines heranwachsenden Bergarbeitersohns einen präzisen Blick auf das Ruhrgebiet der 1960er-Jahre wirft. Der 12-jährige Julian (Oscar Brose) wächst in beengten, ärmlichen Verhältnissen auf und will später Kumpel werden wie sein Vater (Charly Hübner). Als Julians Mutter einen Nervenzusammenbruch erleidet und daraufhin zur Erholung mit der kleinen Tochter ans Meer fährt, bleiben Vater und Sohn allein zurück. Der Junge übernimmt nun erste Verantwortung im Alltag. Eines Tages erhält er vom Nachbarn Gorny (Peter Lohmeyer) eine Kamera, mit der er seine Freunde beim Baden fotografieren soll. Aber Julian beobachtet lieber Gornys frühreife 15-jährige Stieftochter, die nicht nur ihm den Kopf verdreht.
„Lou Andreas-Salomé“ ist ein episodisch angelegtes Biopic von Cordula Kablitz-Post über die bewegte und bewegende Lebensgeschichte der gleichnamigen Schriftstellerin, Philosophin und Psychoanalytikerin, die das Schaffen vieler Denker des Fin de Siècle mitgeprägt hat. Die 1861 geborene, eigenwillige und enorm wissbegierige Generalstochter Louise „Lou“ von Salomé beschließt schon früh, niemals der Liebe zu verfallen, um in einer von Männern bestimmten Welt als Ebenbürtige bestehen zu können. Ihr Lebensweg kreuzt sich u.a. mit dem der Philosophen Paul Rée und Friedrich Nietzsche, die von der klugen jungen Frau so fasziniert sind, dass sie ihr beide einen Heiratsantrag machen – ohne Erfolg. Jahre später, als „Lou“ in Berlin wohnt und eine Scheinehe mit dem Orientalisten Friedrich Carl Andreas führt, gelingt es dem damals noch unbekannten Schriftsteller Rainer Maria Rilke, das Eis zu brechen.
Der Eintritt kostet 5 Euro für eine Vorstellung bzw. 45 Euro für die 10-er Karte. Schüler und Studierende sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.