01. September 2012, 10:34 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2011
Natürlich konnte ich mich einer Neuerzählung von Rotkäppchen nicht entziehen. Immerhin geht es um große, böse Wölfe.
Und das sind sie wirklich. Jackson Pearce hat das alte Märchen ziemlich durchgefegt und umgekrempelt. In ihrer Geschichte sind es zwei Rotkäppchen, nicht eins. Es gibt auch mehr als einen Wolf und die Bestien laufen auf zwei Beinen. Das ist auch gleich das größte Plus des Romans.
Die Werwölfe sind fiese Kreaturen ohne jede Seele. Nix mit Romantik. Nix mit Verständnis. Wo die Wölfe oder ihre Jägerinnen hinhauen, da wächst kein Gras mehr.
Schön. :)
Die Sympathien sind also klar verteilt, gleich auf den ersten Seiten. Dann gibt es einen Verbündeten und dem Lauf der Dinge steht nichts mehr im Wege. Sehr schön beschreibt Jackson Pearce, was ihre Protagonisten bewegt und welche Gefahren sie auf sich nehmen müssen. Sie ist kein bisschen zimperlich, wenn es darum geht, Kämpfe, Verletzungen oder Situationen zu beschreiben und gestaltet ihre Geschichte sehr gradlinig.
Hier ist dann jetzt der Zeitpunkt gekommen mit dem Jubeln aufzuhören, denn genau das ist auch der Nachteil des Romans. Die Geschichte ist klar, die Anzahl der Romanfiguren begrenzt, daher können weder die Liebesgeschichte, noch die Storyline um die Wölfe wirklich überraschen.
Das Ende ist vorhersehbar und man fragt sich, wieso die drei Jäger so lange herumrätseln, ist dem Leser doch so ungefähr auf Seite 3 schon klar, worauf alles hinausläuft.
Sicher, Blutrote Schwestern ist kein Suspense-Thriller und wirklich neu ist die Geschichte um Rotkäppchen nun auch nicht, aber so ein oder zwei Schleifen in der Erzählung hätten dem Roman gut getan. Schade, denn die von Jackson Pearce entworfene Welt mochte ich eigentlich sehr.
Iris Jockschat
Horror Pea
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