17. Dezember 2015, 14:13 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Nächstenliebe, und in diesem Sinne wollen viele Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auch Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft begegnen oder ihnen etwas Gutes tun. So wie die Auszubildenen von Gelsenwasser. In den zwei städtischen Unterkünften verteilten die Azubis Präsente an rund 60 Flüchtlingskinder, die von Gelsenwasser-Beschäftigten gestiftet wurden.
„Wir wollten nicht nur eine Spende auf ein Konto überweisen, sondern sichtbar was tun, die Situation geht uns ja alle an", erklären die Auszubildenden ihr Projekt. Ende November besuchten die Azubis aus dem 1. Lehrjahr die Wildenbruchhalle und die Breddehalle mit „Wunschsternen“, auf denen die Kinderwünsche notiert wurden: für Anas (12) einen Ball, Lego für Omar (8), eine Uhr für Diya (13) und Soula (13) wünschte sich Kinderschminke.
Die Wunschsterne hängten die Weihnachtsboten an den im Gelsenwasser-Gebäude geschmückten Weihnachtsbaum. Wenige Tage später hatten die Beschäftigten von Gelsenwasser die Sterne gepflückt, drei Wochen nach dem ersten Besuch standen die fünf Azubis mit den Geschenken in den Unterkünften vor leuchtenden Kinderaugen – aber leider nicht vor denen von Omar, Anas und Soula, die mit ihren Familien schon eine Wohnung bezogen hatten. „Das ist zwar schade, denn die Geschenke sollten persönlich an die Kinder gehen, aber es ist doch sehr tröstend zu sehen, wie schnell die Stadt die Familien in Wohnungen unterbringt“, sagt Azubi Cindy Hohaus. So konnte sich nun die vierjährige Lean aus Syrien über eine Puppe freuen.
„Die Menschen hier in der Halle sind offener, als man denkt“, fasst Azubi Daniel Schramm seine ersten Begegnungen mit Flüchtlingen zusammen. Vor allem die Fröhlichkeit der Kinder hat ihn beeindruckt. „Die Kinder kommen direkt auf einen zu ohne Angst und haben sofort versucht, mit uns zu reden - mit Händen und Füßen. Einige haben uns sogar in den Arm genommen“, berichtet Daniel.
Es soll nicht der letzte Besuch in den beiden Hallen sein. Im Januar wollen die Azubis in beide Einrichtungen Spielecken für Kinder einrichten. 1111 Euro haben sie dafür durch Waffelverkauf in der Kantine eingesammelt. Die Waffeln konnten nicht mit Münzen, sondern nur mit Scheinen bezahlt werden. Der Großherzigkeit der Beschäftigten stand dann auch der Vorstand von Gelsenwasser in nichts nach und legte die gleiche Summe noch einmal oben drauf.
Flüchtlinge und Zuwanderer unterstützt Gelsenwasser seit September auch mit dem Projekt „Willkommen bei uns". Einrichtungen in 54 Kommunen bekamen bisher Hilfe bei Integrationsaufgaben. In Gelsenkirchen wurden schon elf Kitas mit 14.930 Euro bedacht, zum Beispiel für Material zur Sprachförderung. Im Familienzentrum Plutostraße wurde beispielsweise eine Mediathek mit speziellen Büchern und Spielen zur Sprachbildung finanziert.