27. Juli 2011, 14:48 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
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Die Stadtbibliothek Gelsenkirchen wird an den Schriftsteller Eduard Claudius, der in seiner Heimat Gelsenkirchen fast vergessen ist, in einer Vitrinenschau im Bildungszentrum erinnern. Für einen Leseabend mit Texten von und über Eduard Claudius am 16. September in der Stadtteilbibliothek Buer konnten der ehemalige Kulturdezernent Peter Rose und der langjährige Bibliotheksleiter Hugo Ernst Käufer, der Claudius noch persönlich gekannt hat, gewonnen werden.
Die Ausstellung wird vom 29. Juli bis 20. August von der Stadtbibliothek Gelsenkirchen im Bildungszentrum, Ebertstraße 19 präsentiert.
Am 29. Juli 1911 wurde in Buer der Schriftsteller Eduard Claudius unter dem Namen Eduard Schmidt geboren. Als Sohn eines Bauarbeiters begann er selbst eine Maurerlehre, wurde aber schon bald aktives Gewerkschaftsmitglied und Arbeiterkorrespondent der KPD-Presse. Als Arbeiter zog er durch Italien, Österreich, Südfrankreich, Spanien und die Schweiz. 1932 trat er in die KPD ein und wurde schon 1933 verhaftet.
Er emigrierte im folgenden Jahr in die Schweiz und begann hier mit seinen ersten literarischen Versuchen unter den Pseudonymen Edy Brendt und später Eduard Claudius. Über Frankreich gelangte er 1936 nach Spanien und nahm dort auf Seiten der Republikaner am Spanischen Bürgerkrieg teil.
Weitere Stationen seiner Emigration waren Süditalien und immer wieder die Schweiz, von wo aus er nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrte und in den Jahren 1946 bis 1948 wieder in Gelsenkirchen eine Wohnung in der Goldbergstraße 62 bezog.
1968 siedelte er in die DDR über, die ihn als Schriftsteller, der zahlreiche Romane, Erzählungen und sogar Märchen schrieb, feierte und ehrte. Zeitweise war er auch im diplomatischen Dienst in Vietnam und Syrien tätig. In den Jahren 1967 bis 1969 war er Vizepräsident der Akademie der Künste.
Er starb bei der Rückkehr von einer Reise 1976. An seinem letzten Wohnort Potsdam erinnert heute noch eine Straße an den Autor aus Buer.