05. März 2026, 16:07 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Ein innovatives Projekt zur nachhaltigen Zubereitung und Haltbarmachung von „Dicken Bohnen“ mithilfe von Solarenergie im argentinischen Andenhochland wurde durch eine Spende des Fördervereins Lokale Agenda 21 Gelsenkirchen e.V. unterstützt. Mit 3.590 Euro konnte ein Teil des von ÖkoAndina e.V. organisierten Pilotprojekts finanziert werden, das die lokale Bevölkerung dabei unterstützt, Bohnen umweltfreundlich zu kochen und zu konservieren.
Im Andenhochland – einer trockenen und vegetationsarmen Region – sind Bohnen eine zentrale Proteinquelle. Besonders die „Dicken Bohnen“ bzw. Ackerbohnen sind für die lokale Bevölkerung von großer Bedeutung: Sie sind kalorienreich, proteinhaltig und können nach der Ernte getrocknet über Jahre gelagert werden. Um sie genießbar zu machen, müssen sie jedoch stundenlang gekocht werden. Traditionell geschieht dies in Tontöpfen über offenem Holzfeuer – ein Prozess, der bis zu drei Tage dauern und viel Holz verbrauchen kann. Werner Herget von ÖkoAndina e.V. erklärt: „In diesen Höhenlagen ist der Luftdruck geringer und Wasser kocht bereits bei 70-80°C. Daher dauert das Zubereiten von Speisen wie Bohnen deutlich länger. Der Energiebedarf ist somit besonders hoch, was die sensible Hochgebirgsumwelt stark belastet, da traditionell Sträucher oder Wurzeln verfeuert werden – das wiederum führt zu Degradierung der Vegetation mit Austrocknung und Wüstungserscheinungen. Die intensive Sonneneinstrahlung macht die Region jedoch ideal für den Einsatz von Solarenergie.“
In Kooperation mit der lokalen Universität UNJU (Universidad Nacional de Jujuy) wurde erprobt, wie Solarküchen die Zubereitung der Bohnen effizienter und umweltfreundlicher gestalten können. Die Ergebnisse waren überzeugend: Solarenergie bietet eine echte Alternative zur traditionellen Kochmethode. Das erworbene Wissen wurde in Kochkursen an lokale Kooperativen weitergegeben. Niels Funke vom aGEnda 21-Büro betont: „Das Projekt hat nicht nur praktische Lösungen geliefert, sondern auch Begeisterung für nachhaltige Technologien geweckt. Die Zusammenarbeit mit den Kooperativen war eine Bereicherung für alle Beteiligten.“
Sponsorenläufe machen’s möglich
Die Spende wurde durch zwei Umweltsponsorenläufe der Evangelischen Gesamtschule Bismarck ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler sammelten mit sportlichen Aktivitäten Geld – die Hälfte blieb für schulische Projekte, die andere Hälfte ging an den Förderverein Lokale Agenda 21. Andreas Förster, erster Vorsitzender des Fördervereins, sagt: „Es ist beeindruckend, wie das Engagement der Jugendlichen in Gelsenkirchen konkrete Hilfe in den Anden leistet. Solche Projekte zeigen, wie lokaler Einsatz globale Wirkung entfalten kann.“
Die Umweltsponsorenläufe wurden bereits 2002 vom aGEnda 21-Büro Gelsenkirchen ins Leben gerufen. Ursprünglich unterstützten sie Solarprojekte in Gelsenkirchen, später entstand daraus eine „Solarbrücke“ nach Südamerika.