Die Ringelnatter ist eine ungiftige und friedfertige Schlangenart, die vor allem in der Nähe von Gewässern lebt. Sie hat eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe mit grauen Flecken auf dem Rücken und an der Seite. Die Bauchseite ist hell. Charakteristisch sind die beiden halbmondförmigen hellen Flecken am Hinterkopf, die zu einem Ring verschmolzen sein können.
In Deutschland sind zwei Arten heimisch, Natrix natrix und Natrix helvetica. Letztere, die Barrenringelnatter, kommt in Gelsenkirchen vor.
Ausgewachsene Ringelnattern können zwischen 80 - 120 cm lang werden, wobei auch schon größere Tiere gefunden worden sind.
Vielfältig strukturierte Feuchtgebiete unterschiedlicher Art sind ihr bevorzugter Lebensraum. Dazu gehören Bereiche mit Wasserflächen wie z. B. Teiche, Seen, Sümpfen oder Feuchtwiesen, mit gut geschützten Sonnenplätzen und Möglichkeiten zur Eiablage z. B. Totholzhaufen oder auch Komposthaufen. Da sie sich hauptsächlich von Amphibien ernähren, ist dieses Nahrungsangebot natürlich besonders wichtig.
Das Vorkommen der Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica) im Emscherbruch (Städtedreieck Gelsenkirchen, Herten und Herne) ist vermutlich eines der letzten autochthonen Vorkommen und das größte im Ballungsraum Ruhrgebiet. Weitere Vorkommensschwerpunkte in anderen Gebieten Gelsenkirchens werden vermutet. Damit dieses besondere Vorkommen in Gelsenkirchen auch so bleibt bzw. nicht abnimmt, versuchen wir die Ringelnatter im „Blick“ zu behalten und regelmäßig zu untersuchen.
Unterschiedliche Meldungen und Beobachtungen lassen vermuten, dass sich die Populationsgröße im Emscherbruch im Gelsenkirchen in den letzten Jahren verändert bzw. abgenommen haben könnte. Die Ringelnatter gilt als Leit- und Zielart für diese urban geprägte Landschaft. Da Leitarten als Messgröße für die Qualität eines Lebensraumes dienen, um Entwicklungsziele und Aufwertungsmaßnahmen festzusetzen und zu überprüfen, soll nun im Rahmen des Ringelnatter-Monitoring-Projekts die Populationsgröße und Entwicklung der Ringelnatter in Gelsenkirchen seit der letzten Studie wissenschaftlich untersucht werden. Das Projekt startete im März 2024 in einem Teilbereich des Emscherbruchs in Gelsenkirchen. Da auf unterschiedliche Vorkommensschwerpunkte der Ringelnatter untersucht werden soll, beschränkt sich das Ringelnatter-Monitoring-Projekt nicht nur auf den Bereich des Emscherbruchs, sondern wird in Zukunft auch auf andere Untersuchungsgebiete in Gelsenkirchen ausgeweitet.
Willkommen sind:
- Interessierte und engagierte Studierende, die Forschungsaufgaben übernehmen möchten
- Interessierte und engagierte Ehrenamtliche
- Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die uns Ringelnatterfunde melden, z.B. in Ihrem Garten, bei Spaziergängen – hierbei sind auch Totfunde für uns wichtig
Bei Interesse melden Sie sich bei der unteren Naturschutzbehörde, Dr. Rebecca Ray-Brambach (Telefon +49 (209) 169-5658).