Als meist verbreitete Flusskrebsart in NRW gehörte der Edelkrebs einst zum alltäglichen Bild in Flüssen, Bächen und Seen und war durch sein wohlschmeckendes Fleisch beliebt und durch die großen Bestände erschwinglich für jedermann.
Der heimische Edelkrebs (Astacus astacus), auch Europäischer Flusskrebs genannt, ist der Größte unter den europäischen Flusskrebsen und in Deutschland vom Aussterben bedroht. Bei guter Lebensgrundlage kann er eine Größe von bis 20 cm und bis zu 350 g erreichen.
Sie sind Allesfresser, ernähren sich u.a. von im Wasser treibenden Pflanzenresten, Insekten, Würmern, kleine Fische und Aas, nehmen somit eine wichtige Funktion in der Gewässerhygiene und damit im Süßwasser-Ökosystem ein.
Ursachen für den dramatischen Rückgang der Bestände sind vor allem Verschmutzung durch Insektizide und Nährstoffeintrag sowie naturferner Ausbau von Gewässern, aber auch eingeschleppte Krankheiten, wie die „Krebspest“, die für heimische Krebse tödlich ist. Diese Krankheit wurde durch amerikanische Krebsarten (z.B. Signalkrebs, Kamberkrebs) importiert, die selbst weitestgehend resistent sind, die Seuche aber weitertragen.
Zur Verbesserung der Bestandsituation in NRW ist die Wiederansiedlung heimischer Flusskrebsarten entscheidend. Das Edelkrebsprojekt NRW hat die Aufgabe und das Ziel der Sicherung, Pflege und Entwicklung der heimischen Krebsartenbestände. Es liegt in der Trägerschaft des Fischereiverbands NRW und des NABU NRW mit Unterstützung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.
Im Rahmen des Edelkrebsprojektes NRW wurde 2023 die Wiederansiedlung des heimischen Edelkrebses in Gelsenkirchen gestartet. Ergebnisse sind erst ab 2028 zu erwarten.