Die Förderung der Gesundheitskompetenz zielt darauf ab, vulnerable Menschen zu befähigen, Gesundheitsinformationen sicher zu finden, zu verstehen, zu bewerten und daraus fundierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit abzuleiten und anzuwenden.
Damit sind Menschen gemeint, die aufgrund ihrer Lebenssituation, ihrer Gesundheit oder ihrer sozialen Umstände einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, benachteiligt zu werden oder Schwierigkeiten zu bewältigen. Sie sollen dabei unterstützt werden ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken und selbstständiger zu handeln. Dies können beispielsweise ältere Menschen sein, die auf Unterstützung angewiesen sind oder auch geflüchtete Menschen, die vor besonderen sozialen oder rechtlichen Herausforderungen stehen.
Für die Förderung der Mikroprojekte in Gelsenkirchen werden insbesondere die nachfolgenden Handlungsfelder berücksichtigt, die an den lokalen Bedarfen und Herausforderungen der Stadt ansetzen und einen konkreten Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und gesundheitlichen Chancengleichheit leisten:
- Gesunde Ernährung
Gesundheitsförderung beginnt im Alltag. Gefördert werden alltagsnahe Angebote, die Ernährungskompetenz vermitteln und eine gesundheitsförderliche Ernährung im familiären und sozialen Umfeld unterstützen.
Mögliche Ansätze: Gemeinsames Kochen, Ernährungsbildung, Praktische Workshops, Angebote für Familien, Projekte in Nachbarschaften und Quartieren.
- Bewegung
Bewegung soll einfach zugänglich sein und selbstverständlich zum Alltag gehören. Gefördert werden niedrigschwellige Bewegungsangebote sowie Maßnahmen, die Menschen dabei unterstützen, Bewegung nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren.
Mögliche Ansätze: Bewegungsangebote im Quartier, Sport- und Aktivangebote, Bewegungsaktionen, Angebote für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen,Projekte, die Freude an Bewegung vermitteln
- Entspannung & Stressbewältigung
Der Alltag stellt viele Menschen vor unterschiedliche Herausforderungen. Gefördert werden Projekte, die Strategien zur Stressreduktion vermitteln und dabei helfen, die eigenen Ressourcen und die persönliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Mögliche Ansätze: Entspannungsangebote, Workshops zur Stressbewältigung, Achtsamkeitsangebote, Angebote zur Förderung von Resilienz, praktische Methoden für einen gesundheitsförderlichen Umgang mit Stress
- Seelische Gesundheit
Seelische Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil von Gesundheit insgesamt. Gefördert werden Maßnahmen, die psychische Ressourcen stärken, einen offenen Umgang mit seelischer Gesundheit fördern und den Zugang zu unterstützenden Angeboten verbessern.
Mögliche Ansätze: Angebote zur Stärkung psychischer Ressourcen, Begegnungsangebote, Informationsveranstaltungen, Angebote zur Förderung sozialer Kontakte, Maßnahmen, die Hemmschwellen gegenüber dem Thema psychische Gesundheit abbauen
- Gewaltprävention
Ein gesundes Umfeld braucht Sicherheit, Respekt und ein friedliches Miteinander. Gefördert werden Maßnahmen, die Gewalt frühzeitig verhindern und soziale Kompetenzen stärken.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Konfliktlösungsfähigkeiten, gegenseitige Wertschätzung und ein respektvoller Umgang miteinander.
Mögliche Ansätze: Projekte zur Konfliktprävention, Angebote zur Stärkung sozialer Kompetenzen, Workshops, Maßnahmen zur Gewaltprävention, Projekte für ein respektvolles und gewaltfreies Miteinander
Auch der Fokus auf andere Handlungsfelder, wie zum Beispiel Klimawandel und Gesundheit oder Digitalkompetenz, im Rahmen der Projekte ist möglich. Bei Unsicherheiten oder Fragen dazu, kann gerne Kontakt zur Koordinierungsstelle Gesundheitsplanung aufgenommen werden.
Gesundheitsförderung gelingt besonders gut, wenn Menschen aktiv an der Gestaltung ihrer Lebensbedingungen mitwirken können.Daher sollen Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen einbezogen werden. Ziel ist es, in allen Handlungsfeldern die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Menschen zu stärken sowie eine nachhaltige Teilhabe zu ermöglichen.
Dies kann beispielsweise durch Beteiligungsprojekte, Ideenwerkstätten, gemeinsame Aktionen und Projekte von und mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie durch aktivierende Angebote im Quartier umgesetzt werden.
Auf diese Weise können die Bedürfnisse und Ideen der Menschen vor Ort berücksichtigt, ihre vorhandenen Ressourcen gestärkt und die Akzeptanz sowie die langfristige Wirkung gesundheitsfördernder Maßnahmen gefördert werden.