Durch immer kleiner werdende und zunehmend zerschnittene Lebensräume, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sowie zu „aufgeräumte“ Wälder und Gärten nimmt die Zahl der Insekten weltweit drastisch ab. Alleine in Deutschland ist die Biomasse der Insekten seit 2008 um ca. 80 Prozent gesunken. Sie sind aber als Bestäuber nicht zuletzt für unsere Landwirtschaft unerlässlich und bilden die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl unterschiedlicher Tiere. Auch wenn sie klein und unauffällig sind bildet ihr Schutz damit das Fundament weiterführender Artenschutzbemühungen.
Wenn es um den Schutz von Insekten geht stehen meist Wildbienen im Fokus. Nicht ohne Grund, denn etwa die Hälfte der ursprünglich über 560 Wildbienenarten Deutschlands sind bereits ausgestorben oder in ihren Beständen stark gefährdet. Entgegen der fälschlichen Annahme vieler Menschen ist die domestizierte Honigbiene aber nicht bedroht. Es geht ausschließlich um die wildlebenden Verwandten.
Viele dieser Bienen leben nicht in großen Staaten, in denen sich eine starke Gemeinschaft unterstützen kann, sondern solitär oder höchstens in kleinen Kolonien. Sie sind keine Generalisten, sondern meistens hoch spezialisiert auf einzelne Nahrungspflanzen und haben oft nur einen Aktionsradius von wenigen hundert Metern um ihre Bauten. Fehlen diese Pflanzen also im Umkreis, oder werden entfernt, kann dies bereits das Aussterben der gesamten lokalen Population bedeuten.
Vielfach sind sie jedoch maßgeblich durch ihre oft effizientere Bestäubungsleistung für stabile Erträge in der Landwirtschaft verantwortlich. Gleiches gilt aber auch für etliche andere Insekten, wie diverse Fliegen und Käfer. Nur die eine Gruppe zu unterstützen ist deshalb nicht genug.
In einer Reihe von Artenschutzprojekten versucht die Stadt deshalb auch den Kleinsten unter uns Raum zum Leben sowie eine bessere Nahrungsgrundlage zu schaffen.
So wurden bereits eine Vielzahl an Insektennisthilfen in Kooperation mit den Gelsenkirchener Werkstätten in Park- und Grünanlagen innerhalb der gesamten Stadt aufgestellt und etliche Bereiche zu artenreichen Blühwiesen umfunktioniert.
Besser als das Aufstellen von Nisthilfen ist es jedoch natürliche Lebensräume wiederherzustellen. Deshalb wurden beispielsweise im Glückaufpark Hassel, auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Graf Bismarck oder im Schollbruch dank tatkräftiger Unterstützung des BUND, NABU und der Kreisjägerschaft Sandflächen mit angrenzenden Blühwiesen und diversen Totholzhaufen eingerichtet.
Die „Unordnung“ ist also gewollt!
Hier können nun Wildbienen, Laufkäfer und Konsorten wieder ihrem natürlichen Treiben nachgehen und den übrigen Tierarten kommt dies auch zu Gute.
Weitere Maßnahmen sind auch im Rahmen des Grünen-Bürgerbudgets 2026 geplant und umgesetzt.