Festival, 16. Juli 2026, 19:00 Uhr, Metropolengarten auf Dahlbusch e.V.
Plakat. Bildrechte: Metropolengarten e. V.
Eine Familiengeschichte im Ruhrgebiet, die vom Ankommen in der Fremde, von Zusammenhalt, Kampf gegen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Armut erzählt – am Ende des 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre. Adam und Zuzanna erleben als polnische Zuwanderer ein Dortmund im Pulsschlag der enormen industriellen Entwicklung. Durch einen Arbeitsunfall verliert Adam ein Auge und wenig später seine Stelle. Er tritt einem Spar- und Bauverein bei, engagiert sich in der Gewerkschaft, bei den Socialdemokraten und für die neue Arbeiter-Zeitung. Um die Familie zu unterstützen, nimmt Zuzanna Kostgänger auf und verdingt sich als Näherin.
Die Familie wächst, kämpft um ihre Identität und die neue Heimat – auch im Widerspruch zu manchen Freunden aus der alten Heimat, polnischen Nationalisten, sowie im Kampf mit den täglichen Ausgrenzungen durch die Einheimischen.
Birgitta M. Schulte spürt in „Ruhrgemüse, polnisch“ den familiären Wurzeln nach. Wie es den Urgroßeltern ergeht, die als Westpreußen und Polen in stürmischen Zeiten im Ruhrgebiet gegen Widerstände von verschiedenen Seiten – Kirche, Nationalverbände, politsche Positionen, Arbeitshierarchien – zu kämpfen haben. Wie sie gezwungen werden, ihren Familiennamen zu ändern – aus Koszyński wird Kosshofer. Wie sie aber dennoch oder auch gerade deswegen ihren Platz finden.
Erzählt wird ein wichtiges Kapitel des Ruhrgebiets: Die frühe Phase der Arbeitsmigration, als der industrielle Aufschwung Arbeitskräfte nach Dortmund, Essen und die anderen großen Städte der Region holte.
Gespickt mit zahlreichen historischen Details zeichnet Birgitta M. Schulte in „Ruhrgemüse, polnisch“ das spannende Portrait einer Familie, die sozusagen ein Gegenentwurf zu den „Buddenbrooks“ ist.
Dieser Termin ist kostenfrei.