Mehr als 1100 Jahre nach seiner Lebenszeit erlebte die Figur Herzogs Widukind, des Widersachers Karls des Großen in den Sachsenkriegen, eine unverhoffte Glanzzeit. Geschuldet war diese der nationalsozialistischen Umdeutung der deutschen Geschichte, in deren Rahmen der Sachsenherzog zu einem prototypischen „Volksführer“ und Vertreter der NS-Ideologie von „Blut und Boden“ gemacht wurde. Zentrum der Verehrung seiner Person wurde die kleine ostwestfälische Stadt Enger, die als Ort der Grablege Widukinds galt und in der Zeit von 1936 bis 1939 eine sogenannte Widukind-Gedächtnis-stätte entstand. Kurz nach deren Eröffnung macht hier die Westfalenfahrt der „Alten Garde“ für eine Kranzniederlegung Station, bevor sie später in Gelsenkirchen ihr Ziel erreichte. Was genau damals geschah, warum auch Widukind im Gepäck der „Alten Garde“ in Gelsenkirchen ankam und welche
Verbindungslinien zwischen Enger und Gelsenkirchen darüber hinaus damals existierten, wird der Vortrag beleuchten. Dr. Olav Heinemann ist Leiter des Widukind-Museums in Enger.
Infos unter: 0209 / 169-8551
Dieser Termin ist kostenfrei.