08. Mai 2026, 09:30 Uhr | GELSENDIENSTE
Der Aufstellplatz auf dem Rotthauser Friedhof neben der neu errichteten WC-Anlage. Bildrechte: GELSENDIENSTE
Zu dem in der WAZ Gelsenkirchen am 29.04.2026 erschienenen Artikel zum Rotthauser Friedhof und dem begleitenden Kommentar nimmt GELSENDIENSTE folgendermaßen Stellung:
In der Berichterstattung der WAZ wird die Kritik geäußert, die Niederlegung der Trauerhalle auf dem Rotthauser Friedhof sei zu früh erfolgt und hätte problemlos noch ein oder zwei Jahre hinausgeschoben werden können. Diese Darstellung ist sachlich falsch. Wie auch bereits in der Beschlussvorlage aus dem Jahr 2024 festgehalten, wies die alte Trauerhalle massive Bauschäden auf, so dass ein erhebliches Risiko bestand, dass aufgrund einer nicht mehr tolerierbaren Gefährdung der Verkehrssicherheit jederzeit eine kurzfristige Schließung hätte erfolgen müssen.
Bei der zeitlichen Koordinierung der drei Schritte 1.) Niederlegung der alten Trauerhalle, 2.) Planung und Neubau der WC-Anlage sowie 3.) Planung und Neubau des Trauerpavillons wäre es auch aus Sicht von GELSENDIENSTE wünschenswert gewesen, diese möglichst unmittelbar aufeinander folgen zu lassen. Wie den politischen Gremien und gegenüber der WAZ erläutert, stehen bei GELSENDIENSTE in dem für das Gebäudemanagement verantwortlichen Fachbereich jedoch nur sehr begrenzte Personalkapazitäten zur Verfügung. Daher war die Umsetzung lediglich schrittweise möglich, wobei der erste Schritt die Niederlegung der Trauerhalle sein musste, da auf dieser Fläche die neue WC-Anlage und der Trauerpavillon errichtet worden sind bzw. werden.
Ein weiterer Kritikpunkt in der Berichterstattung der WAZ ist der neu gestaltete Aufstellplatz für Trauerzüge, welcher bei einer Trauerfeier die Hinterbliebenen „den neugierigen Blicken Unbeteiligter“ aussetze, „als wären sie im Zoo“, wie die Redakteurin Christiane Rautenberg in ihrem Kommentar schreibt. Neben der Frage, ob man den anderen Nutzerinnen und Nutzern des Friedhofs pauschal ein solch pietätloses Verhalten unterstellen sollte, ist anzumerken, dass diese Fläche von GELSENDIENSTE nicht für die Durchführung von Trauerfeiern angelegt worden ist. Wie den Bestattungsunternehmen mitgeteilt, ist die Fläche als Sammelplatz für die Trauerzüge – also den gemeinschaftlichen Weg der Trauergemeinde über den Friedhof bis zur jeweiligen Grabstätte – vorgesehen. Bis zur Niederlegung der alten Trauerhalle sind diese Züge vom ehemaligen Vorplatz gestartet, was räumlich fast genau der Verortung der aktuellen Aufstellfläche entspricht. Sofern der Sammelplatz dennoch bei Beisetzungen für die Durchführung von Trauerfeiern genutzt wird, kann für etwaige Beeinträchtigungen nicht GELSENDIENSTE verantwortlich gemacht werden. Und wenn die Redakteurin Frau Rautenberg von der mit einer wassergebundenen Wegedecke gestalteten Fläche fälschlicherweise und emotionalisierend als „blanken Betonplatte“ spricht, muss die Frage erlaubt sein, ob sich die WAZ die Situation vor Ort wirklich angeschaut hat.
Gerne hätte GELSENDIENSTE für die Übergangszeit zwischen der Niederlegung der alten Trauerhalle und der Errichtung des neuen Trauerpavillons eine nah gelegene, alternative Räumlichkeit für die Durchführung von Trauerfeiern in Rotthausen angeboten. Die hierzu durchgeführte Suche ist jedoch leider erfolglos geblieben. Daher wurden die Bestattungsunternehmen frühzeitig vor der Schließung der alten Trauerhalle darüber informiert, dass für Trauerfeiern ebenso wie für Aufbahrungen zukünftig auf den Westfriedhof und den Südfriedhof ausgewichen werden kann, welche beide etwa 10 bis 15 Minuten Fahrtzeit vom Rotthauser Friedhof entfernt liegen.
Generell ist anzumerken, dass nicht bei jeder Beisetzung vorab eine Trauerfeier in den Räumlichkeiten auf den Friedhöfen stattfindet. Über alle städtischen Friedhöfe hinweg lag der Anteil in 2025 bei rund 50 Prozent. Trotz seit Jahren sinkender Nachfrage und der angespannten wirtschaftlichen Lage der städtischen Friedhöfe in Gelsenkirchen, wird GELSENDIENSTE für den Bau des Trauerpavillons, der WC-Anlage und die Gestaltung der Außenflächen in Rotthausen eine Summe von voraussichtlich rund 400.000 Euro aufwenden. Diese nicht unerhebliche Investition in die Infrastruktur soll dazu beitragen, den Rotthauser Friedhof als würdevollen, wohnortnahen Bestattungsort für die Bürgerinnen und Bürger auch in der Zukunft zu erhalten.
Selbstverständlich ist sich GELSENDIENSTE bewusst, dass mit den derzeitigen Rahmenbedingungen in der voraussichtlich zwei Jahre dauernden Übergangszeit Unannehmlichkeiten bei der Durchführung von Beisetzungen verbunden sind. Sachliche Kritik wird jederzeit ernst genommen, zugleich sind für Außenstehende viele Abläufe und Zusammenhänge nicht sichtbar. Eben jene Hintergründe sind von GELSENDIENSTE in den politischen Gremien ausführlich erläutert worden. Auch die bisherigen Anfragen der WAZ wurden umfassend beantwortet, leider fanden jedoch bislang nur Bruchstücke hiervon Erwähnung in der Berichterstattung.
Den handelnden Personen bei GELSENDIENSTE stattdessen in ebenso ausführlicher wie polemischer Art und Weise Gedanken- und Verantwortungslosigkeit sowie einen würdelosen und unzivilisierten Umgang mit den Hinterbliebenen vorzuwerfen, trägt nicht zu einer sachlichen Diskussion bei und wird von GELSENDIENSTE entschieden zurückgewiesen.