27. April 2026, 11:00 Uhr | Westfälische Hochschule
Prof. Dr. Peter Detzner. Bildrechte: WH/Britta Stock
Wie lassen sich die Grenzen zwischen der physischen Welt und der digitalen Informationsverarbeitung auflösen? Diese Frage steht im Zentrum der Arbeit von Prof. Dr. Peter Detzner, der seit dem Wintersemester am Standort Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule lehrt. Der Fokus seines Lehrgebiets liegt auf der Entwicklung und Analyse von Cyber-physischen Systemen (CPS) – hochvernetzten Systemarchitekturen, in denen eingebettete Systeme, Sensorik und Aktuatorik miteinander interagieren.
Nach dem Studium im Bereich der Elektro- und Informationstechnik promovierte Peter Detzner an der Fakultät für Maschinenbau der TU Dortmund zur „Selbstorganisation in der Intralogistik“ von mobilen Robotern. Vor der Berufung an die Westfälische Hochschule war er mehrere Jahre am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund tätig, wo er unter anderem die kommissarische Leitung der Abteilung für „Künstliche Intelligenz und Autonome Systeme“ innehatte.
Sein Lehr- und Forschungsschwerpunkt liegt auf „Cyber-physischen Systemen“, in denen die reale Welt mit der digitalen Welt und deren Technologien verschmelzen. Dabei geht es u. a. um die Entwicklung intelligenter Systeme, welche ihre Umgebung erfassen, auswerten und auf dieser Basis automatisierte Entscheidungen treffen – beispielsweise smarte Medizingeräte, die Patientendaten analysieren und ihre Einstellungen selbstständig anpassen. „Cyber-physische Systeme sind die Grundlage für viele zukünftige Innovationen – insbesondere in der Medizintechnik können sie dazu beitragen, komplexe Abläufe zu vereinfachen und die Versorgung sicherzustellen oder gar zu verbessern“, erläutert der neuberufene Professor. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit dieser Systeme. Im Rahmen seiner Forschung beschäftigt sich der Professor aus dem Ruhrgebiet intensiv mit der Entwicklung von KI-basierten Robotiklösungen für den Einsatz in der Medizintechnik. Ziel ist es, komplexe Prozesse zu vereinfachen und die medizinische Versorgung zu unterstützen – etwa durch den Einsatz von Roboterarmen, die einfache Untersuchungen wie Ultraschallscans durchführen und dabei eine interaktive, natürliche Kommunikation zwischen Patienten und KI ermöglichen.
An der Westfälischen Hochschule übernimmt Prof. Detzner Lehrveranstaltungen in den Studiengängen „Künstliche Intelligenz in der Medizin“, „Medizintechnik“ und „Digitale Systeme“. Sein Lehransatz verbindet dabei Theorie und Praxis eng miteinander. „Es geht darum, den Studierenden nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zu befähigen, eigene Lösungen zu entwickeln“, sagt er. Wichtig ist ihm dabei, die Studierenden aktiv einzubinden, Diskussionen zu fördern und interdisziplinäre Ansätze aus verschiedenen Fachgebieten zu integrieren.
Peter Detzner sieht in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften eine besondere Stärke in der Praxisnähe und der engen Verzahnung mit regionalen Unternehmen und Institutionen. Dies ermögliche es, angewandte Forschung mit schneller Wirkung umzusetzen und Studierende optimal auf den Berufsalltag vorzubereiten: „HAWs sind Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis. Wir generieren hier nicht nur Papier, sondern wir entwickeln und konstruieren handfeste Ergebnisse – insbesondere in den Ingenieurstudiengängen.“
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit setzt Peter Detzner in seiner Freizeit auf sportliche Aktivitäten, um einen Ausgleich zum digitalen Alltag zu schaffen. Zudem ist er gerne in der Welt unterwegs.
In Zukunft möchte sich Prof. Detzner verstärkt auf die Vernetzung mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern konzentrieren, auch aus anderen Fachbereichen: „Mich interessieren insbesondere interdisziplinäre Schnittstellen zur Robotik und der Künstlichen Intelligenz. Wer in diesen Feldern forscht oder innovative Anwendungsszenarien sieht, ist herzlich eingeladen, Kontakt für gemeinsame Projekte aufzunehmen.“