27. März 2026, 13:54 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Das Foto zeigt den kreativen Vermittler Gürsoy Doğtaş. Bildrechte: Manifesta - Frank Stolle
Die Manifesta 16 Ruhr wird in knapp drei Monaten für 15 Wochen das Revier in ein buntes Kunst-Licht tauchen. In dieser Woche wurde bekannt gegeben, welche 106 Künstlerinnen und Künstler aus 33 Ländern das Manifesta-Programm an Emscher und Ruhr gestalten werden. Eine Besonderheit fällt dabei auf: Fast die Hälfte der Kunstschaffenden, die zur Manifesta 16 Ruhr eingeladen wurden, wird in Gelsenkirchen im Einsatz sein, darunter sind neben bildenden Kunstschaffenden auch kreative Spezialisten für Film- und Videoarbeiten. Unterteilt werden sie vor Ort in zwei Gruppen: Der Kunsthistoriker und Kurator Gürsoy Doğtaş wird mit unterschiedlichen Teams drei der vier Gelsenkirchener Kirchen bespielen, der Architekt und Stadtplaner Josep Bohigas aus Barcelona wird mit kreativen Köpfen die Kirche St. Josef in Ückendorf zum Kunstort machen.
Josep Bohigas hat sich mit Neukonzeptionen für öffentliche Räume und Wohnbauten einen Namen geschaffen. Gürsoy Doğtaş forscht derweil zu Arbeitsmigration und zu intersektionalen Queer-Studies. Er wuchs als Kind eines Gastarbeiterpaares in Deutschland auf und arbeitet seit vielen Jahren als Gastkurator für Kunstausstellungen, Festivals und Veranstaltungen. Zuletzt war er als Gastprofessor am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin und im Rahmen eines Forschungsstipendiums an der renommierten Städelschule in Frankfurt tätig.
In Gelsenkirchen wird Doğtaş nun in der entweihten Kirche St. Anna in Schalke-Nord mit den Künstlerinnen und Künstlern Emre Abut, Cana Bilir-Meier, İhsan Ece, Philipp Gufler, Cihangir Gümüştürkmen, Gašper Kunšič, Jannis Psychopedis, Mesut-Sabuha Salaam, Ming Wong, Hanefi Yeter das Manifesta-Programm gestalten.
Auch in St. Bonifatius in Erle wird er als kreativer Vermittler ein Konzept mit Begzada Alatović, Özlem Altın, Bureau Baubotanik, Akbar Behkalam, Vlassis Caniaris, İsmail Çoban, Füruzan , Judith Hopf, Merve Kaplan, Justin Lieberman, Mihály Moldvay, Metin Talayman, Rıza Topal und Yıldız Tüzün erarbeiten.
Als dritter Kunstort wird die Thomaskirche im Berger Feld mit Kunst von Mehmet Aksoy, Bettina Allamoda, Atiye Altül, Ayzit Bostan, Fatma Ceylan, Yıldırım Denizli, Gülbin Ünlü, Hava Güleç, Mehmet Güler, Abuzer Güler, Nejla Gür, Muhlis Kenter, Azade Köker, Julia Logothetis, Asimina Paradissa, Judith Raum, Dennis Siering, Nesrin Tanç, Weberei Kai, Nil Yalter und Serpil Yeter in einen Schauraum verwandelt.
Im Gelsenkirchener Süden wird sich derweil Josep Bohigas als kreativer Vermittler zusammen mit Curro Claret, dem Dúo Barber-Palacios und Penique Productions die Verwandlung der Kirche St. Josef Ückendorf vornehmen. Noch ist es ein gut gehütetes Geheimnis, welche Werke ab dem 21. Juni im Ruhrgebiet gezeigt werden, Manifesta-weit werden 64 Auftragsarbeiten, die eigens für die Manifesta 16 Ruhr entwickelt wurden, in den kommenden Wochen entstehen. Weitere Informationen rund um die Manifesta-Pläne gibt es auf www.manifesta16.org sowie auf www.gelsenkirchen.de/manifesta.