13. August 2008, 09:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Die Sommerferien sind zu Ende. Für viele von uns beginnt in diesen Tagen wieder der Arbeitsalltag. Mich hat er seit gut einer Woche wieder. Und ich muss ehrlich sagen: Nach zwei Wochen Ausspannen in den Dolomiten genieße ich es wieder richtig, in Gelsenkirchen zu sein.
Sicher: Das ausgiebige Wandern und Mountainbiken in traumhaft schöner Landschaft haben außerordentlich gut getan. Vor allem auch, zur Ruhe zu kommen, zu lesen, zu schlafen und einmal gar nichts zu tun. Aber - und vielleicht geht es Ihnen da ähnlich - nach einer gewissen Zeit reicht es mir dann auch wieder und ich sehne mich nach Leben, nach Urbanität, nach einer Stadt - nach meiner Stadt!
Man weiß ja immer erst, was man an einer bestimmten Sache hat, wenn man sie mal nicht hat. Mir ist im Urlaub jedenfalls einmal mehr bewusst geworden, dass ich auf Vieles in meinem alltäglichen Leben nicht verzichten mag, was ich nur in einer Stadt zur Verfügung habe. Das geht morgens damit los, den Bäcker um die Ecke zu haben und nicht kilometerweit fahren zu müssen. Das geht weiter damit, eine Vielzahl von Geschäften in den Innenstädten zu Fuß erreichen zu können, jederzeit Zugriff auf Krankenhäuser und Ärzte zu haben. Und endet schließlich damit, sich einfach in ein Café setzen zu können und den Trubel zu genießen oder abends Theater, Kino und Kneipen nutzen zu können.
Die Innenstadt ist ein kommunikativer Ort. Hier kommen wir alle zusammen, treffen alte Bekannte, lernen neue kennen. Die Stadt ist die Kulisse, vor der unser Leben spielt. Hier findet Leben statt. Stadt ist Lebensraum. Wenn man so will: ein Biotop für Menschen.
Diese Fülle gibt's in keinem Megastore auf der grünen Wiese
In Gelsenkirchen, wie in anderen Kommunen des Ruhrgebiets, tun wir uns immer noch schwer mit unserer Stadt. Wir haben hier keine durch Jahrhunderte gewachsenen Innenstädte und dadurch ein durch Jahrhunderte gewachsenes städtisches Bewusstsein. Gelsenkirchen entstand durch großflächige Arbeitersiedlungen. Lebensmittelpunkt waren vielfach die Werke und Zechen, um die sie gebaut wurden. Aber im Windschatten entstanden eben auch zwei Innenstädte, die beide in Bedeutung und Funktion denen anderer Kommunen in nichts nachstehen. Ebenfalls nicht zu vergessen: unsere attraktiven Stadtteilzentren - ebenso modern wie traditionsbewusst.
Und im Grunde sind wir immer noch dabei, diese Zentren für uns zu entdecken. Zu sehen, dass sie eine Vielzahl von Angeboten bereithalten, von denen wir oft gar nichts wissen. Zu begreifen, dass diese Fülle in keiner Shoppingmall aus der Retorte und keinem Megastore auf der grünen Wiese zu haben ist. Und letztlich auch zu lernen, dass Stadt Lebensqualität bedeutet.
Wir investieren in lebenswerte Innenstädte
Die Aktion „Ab in die Mitte!", die die Stadtmarketing-Gesellschaft in der letzten Woche in der Gelsenkirchener Innenstadt umgesetzt hat, zielt in diese Richtung. Viele Bürger haben sich an der Aktion, die vor Ort unter dem Titel „Gelsenkirchen - Stadt der offenen Wege" stand, beteiligt. Ich denke da zum Beispiel an die 40 sehr phantasievoll gestalteten Litfaßsäulen. Aber - und das zeigt die Bilanz der Aktion - es bleibt immer noch genug zu tun. Ich glaube aber, wir sind auf dem richtigen Weg, unsere Innenstädte zukunftsfähig zu machen: Mit der Umgestaltung der Bahnhofstraße, mit dem baldigen Anpacken der Domplatte in Buer leisten wir als Stadt unseren Beitrag für eine lebenswerte Innenstadt. Diese Anstrengungen werden wir in der kommenden Zeit weiter forcieren.
Wichtig ist mir aber eines: Wir haben - auch jetzt schon und allen Hiobsbotschaften zum Trotz - attraktive Innenstädte. Nutzen wir sie auch!
Wir sehen uns in der Stadt!
Ihr
Frank Baranowski