26. November 2008, 10:29 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Seit einigen Jahren tauchen wir den Turm unseres Rathauses in Buer, wenn es dunkel wird, in ein stimmungsvolles blaues Licht. Einmal im Jahr allerdings erstrahlt er grün, wie Sie an diesem Wochenende wieder feststellen werden. Und das hat einen ganz besonderen Grund.
Grün - das ist die Farbe der Hoffnung. Und grün - das ist bei uns in Gelsenkirchen seit 2006 auch die Farbe für unser Engagement in der Initiative „Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe". Weltweit haben sich hier auf Anregung der Gemeinschaft Sant' Egidio schon 830 Städte aus 66 Ländern, darunter 103 deutsche Städte, zusammengeschlossen, um ein deutliches Zeichen für die Ächtung und Abschaffung der Todesstrafe zu setzen.
Und dieses Zeichen wird in jedem Jahr am 30. November gesetzt. Denn am 30. November des Jahres 1786 hat mit dem Großherzogtum Toskana zum allerersten Mal ein Staat die Todesstrafe abgeschafft. Darum erstrahlen an diesem Tag von Toronto bis Madrid besondere Gebäude der 830 Städte in einem besonderen Licht, um weithin sichtbar für das Leben zu werben. In Rom wird das Kolosseum erleuchtet, in Brüssel strahlt das Atomium, und wir in Gelsenkirchen illuminieren unseren Buerschen Rathausturm grün.
„Global denken, lokal handeln" - dieser Spruch ist mittlerweile recht alt. Viel zu selten aber wird bedacht, dass er in beide Richtungen funktionieren muss. Natürlich haben wir uns zunächst um unsere Probleme in Gelsenkirchen zu kümmern und sind damit auch nicht wirklich unterbeschäftigt. Aber wer für eine lebenswerte Stadt eintritt, der darf auch sonst nicht die Augen verschließen vor Umständen, die andernorts das Leben missachten. Für mich gehört beides zusammen, weil es Ausdruck einer und derselben politischen und engagierten Haltung ist. Und auch die globalste Frage wird am Ende doch immer in ganz viele lokale Handlungen an ganz vielen Orten der Welt übersetzt.
Letztlich gilt - egal ob bei einzelnen Menschen oder einzelnen Städten: Wenn viele zusammen stehen, dann kann man etwas bewirken. Wir wollen es zumindest versuchen - Jahr für Jahr wieder am 30. November.
Es grüßt Sie herzlich aus dem grün strahlenden Rathaus
Ihr
Frank Baranowski