22. Dezember 2008, 11:13 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Geht es Ihnen auch so? Da fängt schon fast wieder ein neues Jahr an und gefühlt ist es gerade einmal der September! Wenn Zeit vollgepackt und ausgefüllt ist, dann wird sie einem nie lang, sondern erscheint im Gegenteil immer zu kurz für alles, was man vorhat.
Mit diesem Gefühl blicke ich auf das Jahr 2008 zurück. Ein Wimpernschlag - und es ist schon wieder vorbei. Was daran lag, dass die Zeit unglaublich ausgefüllt war. Denn wir befinden uns derzeit mitten in einem der größten Stadterneuerungsprozesse, die es in Gelsenkirchen je gegeben hat. An allen Ecken und Enden schaffen wir nachhaltige Strukturen für ein zukunftsfähiges Gelsenkirchen. Damit waren wir im vergangenen Jahr beschäftigt, und es wird uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen: angefangen von den großen Zukunftsprojekten Graf Bismarck, ARENA PARK und Schalker Verein über die Domplatte in Buer oder den Umbau der Horster Straße und die Veränderungen im Tossehof bis hin zu den neuen Kindergärten, die wir gerade bauen.
Das zeigt auch, dass Stadterneuerung auf allen Ebenen geschieht. Der Bereich Bildung genießt dabei allerhöchste Priorität. Denn die Zukunft unserer Stadt geht jeden Tag durch die Türen unserer Kindergärten und Schulen. Es bleibt unsere große Zukunftsaufgabe in Gelsenkirchen, dafür zu sorgen, dass diese Türen allen offen stehen, dass soziale Benachteiligungen nicht zu Bildungsbenachteiligungen werden. Und dass es nicht vom Geld, vom Bildungsgrad oder der Herkunft der Eltern abhängt, wie sich ein Kind entwickelt, wie gesund es ist und welche Bildungschancen es hat.
Und da haben wir im letzten Jahr, wie ich finde, Herausragendes erreicht. Die Offene Ganztagsschule ist in allen Grundschulen angekommen und hat in diesem Jahr mit der Einrichtung der 100. Gruppe die Endausbaustufe erreicht. Damit habe ich auch persönlich ein Versprechen eingelöst. Die Anzahl der Kitas mit U 3-Betreuung konnten wir im abgelaufenen Jahr verdreifachen. Auch hier haben wir die Zielmarke für 2008 - 12 % - erreicht.
Zukunftsfähig zu sein, heißt, Teilhabe für alle zu ermöglichen. Denn unsere Bevölkerung wird immer älter. Viele Menschen, die über Jahrzehnte unsere Stadt aufgebaut haben, sind jetzt im Ruhestand. Damit sie die richtigen Ansprechpartner finden, werden wir im kommenden Jahr „Seniorenbüros" einrichten. Dort gibt es dann nicht nur Wohn- und Pflegeberatung. Hier wird für Sie, liebe Seniorinnen und Senioren, Selbstorganisation und Ehrenamt gefördert, damit sie an der senioren- und familiengerechten Gestaltung ihres Wohnumfeldes mitwirken können. Für diese Form der Beteiligung ist Gelsenkirchen erst kürzlich vom Bundesfamilienministerium ausgezeichnet und als Modellprojekt in ein Förderprogramm aufgenommen worden.
Zukunftsfähig zu sein, heißt, ein starker Wirtschaftsstandort zu bleiben. Die Solarstadt Gelsenkirchen hat im abgelaufenen Jahr einen enormen Energieschub erfahren. Vier große Solarkraftwerke sind in diesem Jahr in Betrieb gegangen. In den vergangen zwei Jahren hat sich die Stromerzeugung aus Photovoltaik in Gelsenkirchen verdreifacht und liegt nun bei rund 3 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das reicht jetzt schon für den Jahresbedarf von über 800 Drei-Personen-Haushalten und für den ersten Platz unter den Revierkommunen. Auch der Solar-Produktionsstandort Gelsenkirchen entwickelt sich: Im Juni hat die Firma Vaillant an der Emscherstraße eine neue Produktionsanlage für Solarkollektoren eröffnet, in die das Unternehmen 5 Mio. € investiert hat. Insgesamt sind jetzt schon über 1.000 Menschen in Gelsenkirchen in der und durch die Solarbranche beschäftigt.
Zukunftsfähig zu sein, heißt, den sich wandelnden Wohnbedürfnissen eine Heimat zu bieten. Noch nie in der Geschichte der Stadt gab es so viele Baugrundstücke wie zurzeit. Unser Ziel: für jeden Geldbeutel, für jeden Geschmack und für jede Altersgruppe den passenden Wohnraum.
Wie sie sehen, arbeiten wir an vielen Baustellen in Gelsenkirchen. Doch zum Wohlfühlen gehören auch Dinge, die schön aussehen und an denen wir uns erfreuen können. Deshalb lassen wir Gelsenkirchen im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen und beteiligen uns 2009 am Bundeswettbewerb „Entente Florale". In einer Gemeinschaftsaktion wollen wir mit Ihnen den städtischen Raum unter dem Motto „Gelsenkirchen blüht auf" mit Grün und Blumen lebendig gestalten. So können wir gemeinsam unsere Stadt lebenswert gestalten. Machen Sie mit!
Wir wissen nicht, was uns das Jahr 2009 bringen wird. Aber eines ist klar: Auch wenn das kommende Jahr stürmisch werden sollte, bleibt uns die Gewissheit, in den zurückliegenden Monaten viele Maßnahmen getroffen und auf den Weg gebracht zu haben, um Gelsenkirchen ein gehöriges Stück wetterfester zu machen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen ein friedliches Weihnachtsfest, eine schöne und erholsame Zeit zwischen den Jahren und einen schwungvollen Start ins Jahr 2009.
Ihr
Frank Baranowski