10. Juni 2009, 08:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Das lange Warten hat ein Ende: Der Startschuss zum Bau des neuen Hans-Sachs-Hauses ist nun erfolgt. Aus der düsteren Baustelle mitten in der Innenstadt soll bald wieder ein Anziehungspunkt für die Bürgerinnen und Bürger werden, ein Ort gelebter Demokratie und ein kulturelles Zentrum der Stadt.
Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der erleichtert ist, dass die Hängepartie um unser Gelsenkirchener Rathaus damit auch deutlich sichtbar ein Ende hat. Viele Bürgerinnen und Bürger freuen sich schon auf ihr neues Hans-Sachs-Haus. Dazu hat sicher auch das überzeugende architektonische Konzept des renommierten Planungsbüros gmp beigetragen. Es bewahrt die herausragende, denkmalgeschützte Fassade und verbindet sie gestalterisch mit dem eleganten, modernen Neubau eines multifunktionalen Verwaltungs- und Bürgerzentrums.
Die Pläne und Skizzen haben uns alle bereits im Architektenwettbewerb im letzten Jahr, aus dem gmp als Sieger hervorgegangen ist, begeistert. Jetzt können wir sehen, wie sie nach und nach Wirklichkeit werden. Ende 2011 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das ist noch ein langer Weg. Aber wenn wir zurückblicken auf die sieben Jahre, die das Gebäude nun schon leersteht, dann scheint mir das Ende dieser unendlichen Geschichte doch fast schon zum Greifen nah.
Als wir vor wenigen Jahren inmitten eines festgefahrenen Public-Private-Partnership-Projekts vor der Alternative „Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken" standen, hätte ich mir jedenfalls nicht träumen lassen, dass wir noch so überzeugend aus dem verzwickten Konstrukt mit explodierenden Kosten für die Stadt herauskommen. 143 Mio. € plus x sollte die Sanierung im Sommer 2005 noch kosten. Jetzt planen wir das neue Hans-Sachs-Haus für rund 55 Mio. €.
Wir haben es geschafft! Und das nicht um jeden Preis, sondern mit einer vernünftigen, architektonisch erstklassigen und historisch angemessenen Lösung. Und unser Rathaus gehört nun auch nicht mehr der Projektgesellschaft einer Bank, sondern denjenigen, denen es rechtmäßig zu gehören hat: den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt!
Das neue Hans-Sachs-Haus lebt schon vor seiner Fertigstellung
Und sie sind es, die künftig dem neuen Bauwerk sein Leben einhauchen werden. Sicher: Das neue Hans-Sachs-Haus wird Sitz der Verwaltung sein. Aber es ist auch Ort des politischen Austausches, Veranstaltungszentrum, kultureller Magnet und damit ein Anziehungspunkt für alle Gelsenkirchener. Mit dem Bürgerforum, dem Café, dem BÜRGERcenter, der Kommunalen Galerie und anderen Ausstellungsräumen wird es schnell wieder zu einem Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen. Das ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der zahlreichen engagierten - auch kritischen - Geister, die während der Konzeptionsphase weiter um „ihr" Hans-Sachs-Haus gerungen haben. Das neue Hans-Sachs-Haus ist also schon weit vor seiner Fertigstellung zu einer öffentlichen Angelegenheit der Bürger geworden. Und ein schöneres Kompliment lässt sich einem Rathaus doch kaum machen, oder?
Ich freue mich jedenfalls darauf, dass wir eines der interessantesten und reizvollsten Rathäuser, die man sich vorstellen kann, erhalten werden. Ein modernes, funktionales und ökologisches. Aber kein gesichtsloses. Sondern eines, das seine unverwechselbare Identität behält und seine Geschichte nicht verleugnet. Kurz: Ein Rathaus, das perfekt zu Gelsenkirchen passt.
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski
www.hans-sachs-haus.de