16. Juni 2009, 14:46 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Man ist kein Hardliner, wenn man sagt, dass in einer Stadt jederzeit Sicherheit und die Einhaltung verbindlicher Regeln für alle garantiert sein müssen. Und man ist kein Traumtänzer, wenn man sagt, dass viele Regelverstöße Symptome von sozialen Problemen sind, die repressiv nicht zu lösen sind.
Beides gehört für mich zusammen: Dafür zu sorgen, dass die Menschen sich in ihrer eigenen Stadt ohne Angst bewegen können, dass die elementaren Regeln menschlichen Miteinanders eingehalten werden, deutlich zu machen, dass wir auch ihre schleichende Erosion nicht dulden auf der einen Seite. Und sich darum zu bemühen, dass möglichst viele Faktoren, die in eine Regelüberschreitung münden können, verschwinden, dass durch Beratung und frühzeitiges Eingreifen Situationen entschärft werden, bevor es irgendwo brennen kann, auf der anderen Seite.
Bei beiden Aspekten geht es darum, deutlich zu machen, dass wir alle nur eine Stadt zum Leben haben, dass wir eine Stadt für alle haben wollen. Und bei beiden Aspekten heißt das eben: Teilhabe an dieser einen Stadt zu ermöglichen. Nicht zuzulassen, dass Bürgerinnen und Bürger, die hier friedlich leben wollen, sich aus Angst aus Teilen der Stadt ausgeschlossen fühlen. Aber auch denen Wege aufzuzeigen, sich wieder an „ihrer" Stadt zu beteiligen, die etwa durch soziale Benachteiligungen um Mitwirkung gebracht werden - und möglicherweise in verschiedener Form auffällig werden.
Diesen doppelten Ansatz verfolgen wir jetzt seit 10 Jahren mit unserer Gelsenkirchener Ordnungspartnerschaft, einem breiten Bündnis aus städtischen Behörden mit der Polizei, der BOGESTRA, der Vestischen und den Präventionsräten in Gelsenkirchen - und damit eben auch wieder mit den Bürgerinnen und Bürgern. Denn Ordnungspartner - das sind wir alle, die wir in dieser Stadt leben, gern in ihr leben und andere ebenfalls in ihr leben lassen, wie sie es sich vorstellen.
10 Jahre Ordnungspartnerschaft
Die Ordnungspartnerschaft hat die objektive Sicherheitslage in unserer Stadt, aber auch das subjektive Sicherheitsgefühl eines jeden von uns deutlich erhöht. Durch die gemeinsamen Streifen von Kommunalem Ordnungsdienst, der Polizei und auch des Kundenbegleitservices der Verkehrsbetriebe konnten viele Angsträume in U-Bahnhaltestellen, in den Bussen und Bahnen, auf Straßen und Plätzen entschärft werden. Verwahrlosungstendenzen im öffentlichen Raum konnten früh erkannt und im Keim erstickt werden. Das Erscheinungsbild unserer Stadt konnte - gerade auch durch die schnelle und frühzeitige Einbindung von GELSENDIENSTE - verbessert werden. Bei all dem ist uns aber auch ständig bewusst, dass man Probleme nicht einfach per Platzverweis wegschicken kann. Wo es nötig ist, arbeiten die Ordnungspartner auch mit sozialen Einrichtungen zusammen, vermitteln Hilfe, versuchen gemeinsam mit Partnern gegen Tendenzen der sozialen Desintegration vorzugehen, die am ehesten Regelverstöße entstehen lassen. Sicherheit heißt auch Sicherheit im Straßenverkehr. Hier sind die Ordnungspartner besonders engagiert mit zahlreichen Projekten zur Verkehrserziehung.
Insgesamt gehen die Ordnungspartner gemeinsam rund 600 Streifen im Jahr in allen Stadtteilen, zum Beispiel auch über alle 181 Kinderspielplätze der Stadt. Bereits zwei Mal - im Jahr 2005 und 2007 - wurde die Ordnungspartnerschaft Gelsenkirchen vom Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen für ihre Arbeit ausgezeichnet.
Das zeigt mir, dass hier gute Arbeit geleistet wird auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Ziel: Eine Stadt zu schaffen, die sicher ist, in der niemand Angst haben muss. Eine Stadt für alle.
Es grüßt Sie herzlich aus dem Rathaus
Ihr
Frank Baranowski