07. Juli 2009, 13:36 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Gemeinsam sind wir stark. - Diese an sich lapidare Erkenntnis setzt sich in den letzten Jahren im Ruhrgebiet immer weiter durch. Die einzelnen Städte haben endlich erkannt, dass sie so eng verflochten sind, dass sie nur miteinander eine Zukunft haben und nicht gegeneinander.
Gemeinsam sind wir stark. - Das bedeutet, dass die Gemeinsamkeit aller mehr ist als nur die Summe der Teile. Das beste Beispiel in dieser Hinsicht ist die Kulturhauptstadt 2010, die zeigt, was die Metropole Ruhr vermag, wenn sich ihre 53 Gemeinden als gut eingespieltes Orchester verstehen und nicht andauernd Solisten die erste Geige spielen wollen.
Gemeinsam sind wir stark. - Das bedeutet aber auch, dass durch verbindliche gemeinsame Regeln, Absprachen und Institutionen alle einzelnen Bestandteile dieser Gemeinschaft stärker sind. Die Gemeinsamkeit aller Städte nützt jeder einzelnen Stadt mehr als Einzelkämpferei. Wir praktizieren diese Gemeinsamkeit bereits bei der gemeinschaftlichen Vermarktung von Gewerbeflächen oder der Aufstellung eines Regionalen Flächennutzungsplanes.
Nun ist Gelsenkirchen einer weiteren wichtigen Kooperationsgemeinschaft beigetreten: Am vergangenen Montag habe ich die interkommunale Vereinbarung zum Regionalen Einzelhandelskonzept Östliches Ruhrgebiet unterzeichnet. Neben Gelsenkirchen sind aktuell auch Herne, Datteln, Hattingen und Witten der Kooperationsgemeinschaft beigetreten, die insgesamt nun 24 Städte stark ist. Das ist fast das halbe Revier. Wir wollen damit die Pläne zum Einzelhandel zwischen den Kommunen verbindlich abstimmen und einen regionalen Konsens über die Einzelhandelsentwicklung herstellen. So können wir erreichen, dass die Entwicklung in einer Stadt nicht zu Lasten einer Nachbarkommune geht. „Kooperation statt Konkurrenz" lautet unsere Überzeugung.
Das Regionale Einzelhandelskonzept schützt die Innenstädte
Das Regionale Einzelhandelskonzept stellt sicher, dass wir alle unsere innerstädtischen Zentren schützen können, die Stadtteilzentren stärken können und durch eine aktive Flächenpolitik Investitionen und Ansiedlungen dorthin lenken, wo sie aus städtischer Sicht gewünscht sind. Dazu gehört auch, dass sich großflächiger Einzelhandel nicht auf der grünen Wiese ansiedelt und unsere Innenstädte zerstört. Durch den starken Zusammenschluss senden die Städte das deutliche Zeichen an Projektentwickler und Investoren, sich nicht gegeneinander ausspielen lassen zu wollen. Wir wollen nicht dulden, dass städtebauliche Standards für den schnellen Euro aufgeweicht werden.
Nach wie vor liegt unseren Vorstellungen ein Bild von Innenstadt als vielfältigem Lebensraum zugrunde. Shoppingmalls auf der grünen Wiese gefährden diese Vielfalt. Insofern, mag man einwenden, kommt dieser Zusammenschluss viel zu spät. Mag sein. Aber warum nicht aus Fehlern lernen? Unser aktueller Disput um die Erweiterung der Löhrhof-Arcaden in Recklinghausen zeigt, dass die Kooperation leider immer noch nicht weit genug geht.
Daher wünsche ich mir auch, dass an dem Regionalen Einzelhandelskonzept Östliches Ruhrgebiet, das nun immer weiter nach Westen wandert, noch mehr Revierstädte mitmachen. Es gibt noch viele Fehler, die man begehen kann. Und ebenso viele, die man verhindern kann. Aber das geht nur gemeinsam. Denn nur so sind wir stark...
Es grüßt Sie herzlich aus dem Rathaus
Ihr
Frank Baranowski