17. August 2009, 09:21 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Die Sommerferien sind zu Ende, in dieser Woche hat die Schule wieder angefangen. Für knapp 2.500 junge Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener beginnt damit auch das, was wir manchmal etwas schwergewichtig den „Ernst des Lebens" nennen.
Aber vor diesem „Ernst des Lebens" muss sich niemand fürchten. Unsere Schulen sind zum Glück keine Dressuranstalten mehr. Schule heute ist ein geschützter Ort, an dem sich Kinder kreativ die Welt aneignen, das Miteinander erlernen, mit Unterschieden und Fremdem umgehen lernen. Ein Ort, an dem Defizite kompensiert werden, an dem ungleiche Startvoraussetzungen, die Kinder durch ihre Elternhäuser mitbekommen haben, ausgeglichen werden. Kurz: Ein Ort, an dem Kinder wachsen, der sie stark macht. Und der Spaß macht. Und ein Ort, der das Fundament schafft für eine freie, selbständige, sichere, gesunde und erfolgreiche Zukunft. Nicht nur für unsere Kinder, sondern auch für unsere Stadt. Bildung ist nämlich zugleich aktive Beschäftigungspolitik. Sie ist Integrationspolitik, Familienpolitik, auch Gesundheitspolitik. Und ganz allgemein: Stadtentwicklung.
Denn die Zukunft unserer Stadt geht jeden Tag durch die Türen unserer Schulen. Und von den 2.500 I-Männchen, die in dieser Woche zum ersten Mal durch diese Türen gehen, hat bereits rund die Hälfte einen Migrationshintergrund. In unseren Schulen legen wir damit auch die Grundlage für eine künftige solidarische und integrierte Stadtgesellschaft. Und deshalb leisten wir in diesem Bereich seit Jahren eine gewaltige Kraftanstrengung. Eltern können sich sicher sein, dass ihre Kinder in Gelsenkirchen optimal gefördert werden. Denn an vielem müssen wir sparen. Nur an einem sparen wir nicht: Und das ist die Zukunft unserer Kinder.
Das „Gelsenkirchener Modell" der integrierten und systematischen frühkindlichen wie schulischen Bildung wird deutschlandweit beachtet und von vielen übernommen. Es soll dazu beitragen, dass es in Gelsenkirchen nicht mehr von der Herkunft, der Bildung und dem Geld der Eltern abhängt, wie sich ein Kind entwickelt, wie gesund es ist und welche Bildungschancen es hat. Dazu gehört auch der konsequente Ausbau der Offenen Ganztagsschule (OGS). Die OGS ist mittlerweile mit 100 Gruppen in jeder Grundschule angekommen und wird nun in den weiterführenden Schulen eingeführt.
Gelsenkirchen investiert in Bildung
Investitionen in Bildung heißt auch Investitionen in ein ansprechendes Lernumfeld. In den Sommerferien haben wir wieder eine ganze Reihe von Schulen saniert oder für die neuen pädagogischen Erfordernisse umgebaut. So sind zum Beispiel die Erweiterungsbauten des Eduard-Spranger-Berufskollegs, des Leibniz-Gymnasiums oder der Hauptschule am Eppmannsweg nun hochgezogen. An der Gesamtschule Berger Feld sind die dringend erforderliche Duschraumsanierung und die Erneuerung der Naturwissenschaftsräume durchgeführt worden. Insgesamt waren es 26 verschiedene Baumaßnahmen an rund 20 verschiedenen Schulen. Und einige werden in diesem Jahr noch dazukommen. Über 7 Millionen Euro wird die Stadt Gelsenkirchen im Jahr 2009 in die Bildungshardware stecken.
Die Voraussetzungen sind also geschaffen. Den 2.500 Gelsenkirchener I-Männchen wünsche ich einen guten Start in die Zukunft!
Herzlichst
Ihr
Frank Baranowski