12. Mai 2010, 10:32 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Was für eine Auszeichnung: Gelsenkirchen spielt auf der großen internationalen Bühne ganz vorne mit - nicht nur im Fußball. Was die Stadt im Bereich Bildung auf die Beine stellt, gehört europaweit zum Besten, was Kommunen zu bieten haben. Dafür wurde die Stadt nun von einer unabhängigen Kommission geehrt.
Der „European Award of Excellence City for Children 2010" geht an Gelsenkirchen. Unter 43 europäischen Kandidaten setzte sich unsere Stadt mit ihrem bahnbrechenden Konzept der frühkindlichen Förderung durch - in der Endrunde gegen die Konkurrenz aus Porto, Krakau und Bukarest.
Die Auszeichnung prämiert herausragende Konzepte von Großstädten im Bereich Kinderfreundlichkeit und frühkindlicher Förderung und ist für uns eine weitere Bestätigung der guten Arbeit, die in Gelsenkirchen auf diesem wichtigen Zukunftsfeld seit Jahren geleistet wird. Geehrt wurde unser spezifischer integrierter Ansatz, der Bildungsplanung und Bildungsbegleitung aus einem Guss bietet, ein kleinteiliges und engmaschiges Netz aus Förderangeboten, durch das kein Kind mehr fallen soll - und das als „Gelsenkirchener Modell" bundesweit Vorreiterstatus hat und mittlerweile von vielen Kommunen in Deutschland übernommen wird.
Von den Begrüßungshausbesuchen bei Neugeborenen, bei denen die Eltern über alle Fördermöglichkeiten für ihre Kinder informiert werden, über die Gelsenkirchener Elternschule, die in mehrsprachig angebotenen Kursen jungen Eltern wichtiges Basiswissen für die erste Familienphase vermittelt, über kontinuierliche Begleitung in Offenen Eltern-Baby-Treffs bis hin zu systematischen Instrumenten der Sprachförderung in und bereits vor den Kindertagesstätten, die bei uns längst zu Familienzentren in den Stadtteilen ausgebaut worden sind, haben wir eine lückenlose Betreuungskette eingerichtet. Der in Gelsenkirchen beispiellos konsequent betriebene Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschulen, die Ausweitung der U-3-Betreuung oder etwa die Interkulturellen Erzieherinnen in den Kindertagesstätten sind weitere wichtige Glieder in dieser Kette.
Eine der familienfreundlichsten Städte
Unser Ziel dabei ist und bleibt ehrgeizig: Es soll in Gelsenkirchen nicht von der Herkunft, dem Bildungsstand und dem Geld der Eltern abhängen, wie sich ein Kind entwickelt, wie gesund es ist und welche Bildungsabschlüsse es einmal machen wird. Viele Menschen in dieser Stadt sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ihre Kinder sollen die gleichen Chancen haben wie alle anderen auch. Zu verhindern, dass aus Armut Bildungsarmut wird und sich soziale Verhältnisse dadurch reproduzieren, Benachteiligungen auszugleichen - das ist die große Aufgabe einer Gesellschaft, die solidarisch und gerecht zu sein beansprucht.
Dass diese Aufgabe die Möglichkeiten einer Kommune übersteigt, ist klar. Dass wir aber auf einem guten Weg sind, zu tun, was wir können - dafür ist die Auszeichnung eine schöne Anerkennung. Und übrigens auch nicht die einzige. In einem von der Karl-Kübel-Stiftung ausgelobten Preis für Initiativen in der frühkindlichen Förderung hat es die Gelsenkirchener Bewerbung unter 350 Konkurrenten in die Endrunde der letzten 20 geschafft. Auch hier können wir uns Hoffnung auf eine Honorierung unserer Anstrengungen bei der Preisverleihung im September machen.
Bildung ist das Fundament für die Zukunft
Gerade weil es die vielen kleinen Initiativen sind, die man nicht sieht, die aber geräuschlos herausragende, effiziente Arbeit leisten, bedeuten uns diese Anerkennungen viel. Vor allem aber zeigen sie, dass wir auch in Zeiten knappster Kassen nicht darauf verzichten, erfolgreich Zukunft zu gestalten. Bildung ist das Fundament dafür.
Es grüßt Sie herzlich aus dem Rathaus
Ihr
Frank Baranowski