15. Juni 2010, 10:02 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Das war sie: unsere „Local Hero"-Woche. Man kann sich über Kulturbegriffe streiten, man kann diese Panne beklagen oder jene Programmauswahl nicht mögen. Aber diese Tage haben doch eines eindrucksvoll gezeigt: Was in dieser Stadt alles möglich ist, in der tausende Menschen bereit sind, sich für eine Sache zu engagieren.
Denn das ist auf jeden Fall etwas, das für mich bleibt aus dieser Woche: das Engagement tausender Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener. Wir haben im Vorfeld der „Local Hero"-Woche ganz bewusst darauf verzichtet, für viel Geld, das wir ohnehin nicht haben, uns von einer Eventagentur ein Programm organisieren zu lassen, das genauso gut in jeder anderen Stadt hätte stattfinden können. Nein, wir wollten das „Local Hero"-Konzept ernst nehmen und ein Programm von Gelsenkirchenern für Gelsenkirchener auf die Beine stellen.
Und wenn ich mir das wuselige bunte Treiben beim Tag der Kinder ins Gedächtnis rufe, wenn ich mich daran erinnere, wie viele Migrantenverbände beim Tag der Integration engagiert bei der Sache waren, wenn ich mir immer wieder vor Augen führe, wie viele Menschen hier aktiv waren und ständig sind - sei es beim generationenübergreifenden Crossover-Konzert, sei es bei der unglaublich vielfältigen Präsentation der heimischen Sportvereine beim Tag der Bewegung auf Consol -, dann merke ich mal wieder, wie viel Energie in dieser Stadt steckt. Ob das nun alles Kultur ist oder nicht - einerlei! Es ist Leben.
Ich nehme aus unserer „Local Hero"-Woche jedenfalls sehr schöne Erinnerungen an eine ganze Reihe beeindruckender Veranstaltungen mit: an ein stimmungsvolles Abschlussfeuerwerk auf Consol, an ein sehr originelles und erfrischendes Kulturprogramm in der Straßenbahn, an die richtig schöne Atmosphäre beim Konzert von „Manfred Mann's Earth Band" im Goldbergpark - aber auch an den geballten Tag der Offenen Behördentüren.
Und ich finde: Kulturhauptstadt hin oder her - einiges schreit geradezu nach einer Neuauflage. Der Goldbergpark bietet, wie ich finde, ein sehr niveauvolles Ambiente für gute Konzerte. Auch die Idee, die Kultur in Straßenbahnen in den Alltag zu bringen, die sollte man weiter verfolgen. Wer weiß: Vielleicht erwächst aus unserer „Local Hero"-Woche ja in Zukunft ein kleines, aber feines Sommerfestival - umsonst und draußen...
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Frank Baranowski