07. September 2010, 16:31 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Was Gelsenkirchen in Sachen frühkindlicher Förderung auf die Beine stellt, gehört bundesweit mit zu dem Besten. Das zeigte jetzt wieder unser erfreuliches Abschneiden bei der Verleihung des Karl-Kübel-Preises. Unter 360 Bewerbern kam Gelsenkirchen unter die besten sechs. Eine schöne Anerkennung, wie ich finde.
Auch wenn es am Ende für den ersten Preis nicht gereicht hat, bestätigt das Wettbewerbsergebnis unsere beharrliche und kleinteilige Förder- und Präventionsarbeit vor Ort, die auf den ersten Blick alles andere als ein Leuchtturm ist, in Wahrheit aber unsere Stadtgesellschaft stärker verändert, als jedes Mammutprojekt es vermag. Denn von letzteren haben die Bürgerinnen und Bürger meist herzlich wenig. Umso mehr freut es mich, dass jetzt einmal mehr das in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, was vermeintlich unspektakulär ist, aber dafür das Leben für Tausende von kleinen und großen Bürgerinnen und Bürgern spürbar verbessert: nämlich die Graswurzelarbeit, die zahlreiche engagierte Leute für die Menschen vor Ort leisten. Und die in der Summe eine immense Kraftanstrengung darstellt, die die Stadt Gelsenkirchen für Kinder und junge Familien unternimmt.
Der Karl-Kübel-Preis stand in diesem Jahr unter dem Titel „Macht uns stark! Bildungs- und Präventionsnetzwerke für Eltern mit jungen Kindern". Dass Gelsenkirchen hier besonders gut aufgestellt ist, hatte erst im Mai die Verleihung des „European Award of Excellence City für Children 2010" gezeigt.
„Erziehung und Bildung von Anfang an" ist das Prinzip des integrierten Ansatzes der Stadt. Es ist ein kleinteiliges und engmaschiges Netz aus Förderangeboten, durch das kein Kind mehr fallen soll - und das als „Gelsenkirchener Modell" bundesweit Vorreiterstatus hat und mittlerweile von vielen Kommunen in Deutschland übernommen wird.
Eine lückenlose Betreuungskette
Von den Begrüßungshausbesuchen bei Neugeborenen, bei denen die Eltern über alle Fördermöglichkeiten für ihre Kinder informiert werden, über die Gelsenkirchener Elternschule, die in mehrsprachig angebotenen Kursen jungen Eltern wichtiges Basiswissen für die erste Familienphase vermittelt, über kontinuierliche Begleitung in Offenen Eltern-Baby-Treffs bis hin zu systematischen Instrumenten der Sprachförderung in und bereits vor den Kindertagesstätten, die bei uns längst zu Familienzentren in den Stadtteilen ausgebaut worden sind, haben wir eine lückenlose Betreuungskette eingerichtet. Der in Gelsenkirchen beispiellos konsequent betriebene Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschulen, die Ausweitung der U-3-Betreuung oder etwa die Interkulturellen Erzieherinnen in den Kindertagesstätten sind weitere wichtige Glieder in dieser Kette.
Das alles machen wir nicht, um Preise zu gewinnen. Wir machen es, weil wir überzeugt sind, nur auf diese Weise die Zukunft der Gelsenkirchener Familien optimal sicherstellen zu können. Wie sich ein Kind entwickelt, wie gesund es ist, welche Chancen es später einmal haben wird, darf eben nicht davon abhängen, woher die Eltern kommen, wie viel Geld sie haben oder ob sie studiert haben.
Einiges müssen wir doch richtig gemacht haben
Bildung und Familienpolitik ist somit die beste Stadtentwicklung. Sie ist Gesundheitspolitik, ist Integrationspolitik, ist Arbeitsmarktpolitik, ist Wirtschaftspolitik. An der Zukunft unserer Kinder entscheidet sich auch die Zukunft unserer Stadt.
Das Abschneiden beim Karl-Kübel-Preis ist uns Bestätigung, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Auch ein Ansporn, so weiterzumachen. Und ganz nebenbei bemerkt ein Indiz dafür, dass die Stadt in den letzten Jahren doch auch einiges richtig gemacht haben muss. Übrigens auch auf einigen anderen Feldern, wie Sie hier sehen.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Frank Baranowski