01. Januar 2011, 19:32 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Weihnachtsgans und Silvesterfondue sind verdaut, das alte Jahr ist gebührend abgeschlossen. Wir haben zurück geblickt und inne gehalten. Jetzt ist es Zeit, ein neues Jahr zu begrüßen, das uns in diesen Tagen noch weiß wie ein leeres Blatt Papier entgegentritt.
Genauer gesagt sind es 365 Blätter, die schneeweiß darauf warten, von uns beschrieben zu werden. Und das macht, zumindest geht es mir so, den Reiz dieser Zeit des Jahresanfangs aus. Es ist schon ein bisschen komisch: Es ist ein Unterschied von nur wenigen Tagen, aber es sind zwei vollkommen verschiedene Welten, in denen man am Ende eines alten Jahres und zu Beginn eines neuen lebt. Ein Unterschied zwischen Endzeitstimmung und Neuanfang. Ein bisschen was Manisch-Depressives hat das ja schon. Das wehmütige Revue-passieren-Lassen von Vergangenem einerseits und das Schmieden neuer Pläne andererseits, nur weil der Kalender sich gerade geändert hat.
Aber es zeigt, dass wir beides brauchen. Wir wollen unsere Geschichte verstehen, uns selbst erklärlich machen, wie etwas passierte und uns zu dem gemacht hat, was wir sind. Und wir wollen uns natürlich Zukunftsentwürfe machen, wollen die Welt nach unseren Vorstellungen verändern - um am Ende meist festzustellen, dass jene uns in mindestens ebensolchem Maße verändert hat. Aber kein Grund, es nicht immer wieder zu versuchen...
Das Vergangene in gewissem Sinne bewahren und mitnehmen in die Gestaltung der Zukunft - das ist nicht nur ein wichtiges Funktionsprinzip des Menschen, sondern auch ein Grundsatz für die Gestaltung unserer Stadt. Auch hier wollen wir 2011 weiter Zukunft gestalten, aber nicht am Reißbrett, sondern aufbauend, auf dem, was ist. Und behutsam umbauend zu dem, was wird.
Vergangenheit bewahren, Zukunft gestalten
Ganz konkret geschieht das in Gelsenkirchen etwa in den zahlreichen Stadterneuerungsgebieten. In großen wie dem neuen Hans-Sachs-Haus, aber auch in vielen, vielen kleinen Projekten werden wir vor Ort weiter für den Umbau unserer Stadt sorgen - und dabei die Menschen und ihre sowie die Geschichte der Stadt mitnehmen. Das hört sich immer so unspektakulär an: Fassadensanierung hier, Spielplatzerneuerung da. Aber in der Gesamtschau betrachtet ist es das größte Stadterneuerungsprogramm in der Geschichte der Stadt, was auch 2011 ablaufen wird. Die Vielzahl der Projekte sind die einzelnen Mosaike, die zusammengenommen das Bild der Zukunft unserer Stadt ergeben.
Und da - gemeinsam mit Ihnen - weiter arbeiten zu können, darauf freue ich mich schon im Jahr 2011.
Ein gutes, ein gesundes, ein ereignisreiches und beherzt angepacktes neues Jahr 2011 wünscht Ihnen allen
Ihr
Frank Baranowski