21. Januar 2011, 23:12 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Es gibt Menschen, die können nicht damit umgehen, gelobt zu werden. Gerade weil sie sehr genau um ihre Schwächen wissen. Für manche Städte gilt wohl dasselbe. Aber wir sollten uns dran gewöhnen - denn in einigen Bereichen ist Gelsenkirchen wirklich ausgezeichnet.
Oft habe ich an dieser Stelle schon davon geschrieben, was wir alles angehen, wo wir Entwicklung forcieren und gestalten, wie wir trotz knapper Mittel in die Zukunft investieren. Seltener davon, was wir eigentlich bereits alles geschafft haben und wo wir schon überzeugende Ergebnisse erzielt haben. Das ist ganz einfach dem Bewusstsein geschuldet, dass hier noch ganz schön viel Arbeit zu tun ist, damit wir allen Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern eine lebenswerte Zukunft bieten können.
Arbeit im Bereich Bildung. Denn es ist nach wie vor ein Skandal, dass es immer noch vom Einkommen, Bildungsstand und Herkunft der Eltern abhängt, wie sich ein Kind entwickelt, wie gesund es ist und welche Zukunftschancen es hat.
Arbeit im Bereich Stadterneuerung. Denn der behutsame und nachhaltige Umbau unserer Stadtstruktur, die Revitalisierung und Sanierung von Quartieren, die Um- und Neunutzung von Brachen bestimmt ganz wesentlich die Attraktivität der Stadt für Besucher und die Lebensqualität für die eigenen Bürgerinnen und Bürger.
Arbeit auch weiterhin am wirtschaftlichen Strukturwandel. Denn die zigtausend Arbeitsplätze, die in der Montanindustrie in den letzten Jahren weggefallen sind, können nicht so leicht kompensiert werden. Eine gesunde Wirtschaftsstruktur zu schaffen und zu pflegen, ist weiterhin eine wahre Herkulesaufgabe für die Stadt. Noch immer ist Gelsenkirchen die Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit. Aber wir haben uns in den letzten Jahren ganz enorm nach vorn gearbeitet. Von einer Arbeitslosenquote von rund 25 % im Jahr 2005 sind wir mittlerweile bei 13,1 %. Und das ist eine wirklich unglaubliche Dynamik!
Und genau jetzt kommen wir nämlich auch einmal an den Punkt, an dem man sich einen kurzen Schulterblick nach hinten erlauben und sich freuen darf. Was wir da schon alles geschafft haben - das ist nicht nichts!
Man darf sich auch mal über Geschafftes freuen
Natürlich gibt es immer wieder mal Rankings, die uns - aus welchen Gründen und Interessen auch immer - ganz hinten sehen. Und solange wir die höchste Arbeitslosigkeit haben, wird es die, weil so etwas eben ganz viele andere negative Phänomene nach sich zieht, auch weiter geben.
Aber es gibt immer mehr Gründe, sich auch einmal loben zu lassen. Für die Dynamik, mit der hier Entwicklung geschieht. Denn auffallend ist, dass wir quer durch die Bank gut platziert sind, was den Trend angeht. So zum Beispiel in der wirtschaftlichen Entwicklung: Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts pro Erwerbstätigen hat sich im Zeitraum von 2003 bis 2008 - einer Studie zu Folge - um 19 % gesteigert. Damit belegt Gelsenkirchen unter den 30 größten Städten Deutschlands den ersten Platz.
Das zeigt, dass wir nicht immer nur für die Zukunft säen, sondern dass es sich jetzt immer häufiger zeigt, dass die Saat aufgeht. Und im abgelaufenen Jahr haben wir schon ordentlich Ernte einfahren können. So haben wir etwa etliche Preise und Auszeichnungen für unsere erfolgreichen Zukunftskonzepte erhalten. Und können mit Recht sagen: Gelsenkirchen ist ausgezeichnet.
Viel Anerkennung von außen im letzten Jahr
Für unser Konzept der frühkindlichen Förderungen beispielsweise hat man uns mit dem European Award of Excellence „City for Children 2010" ausgezeichnet - vor 42 anderen europäischen Städten wie Porto, Krakau und Bukarest. Der Gesundheitspreis NRW ist uns zugesprochen worden, weil wir mit dem Projekt „Gesunder Start ins Leben" unter anderem die Säuglingssterblichkeit in Gelsenkirchen gesenkt haben. Den Preis für kommunale Gesamtkonzepte für kulturelle Bildung haben wir ebenfalls im letzten Jahr erhalten. Die Reihe der Auszeichnungen ließe sich noch fortführen. Am besten schauen Sie einmal selbst.
Über dieses Lob von außen sollten wir uns einfach einmal freuen können. Natürlich darf es uns nicht verleiten, jetzt die Arbeit einzustellen. Denn zu tun ist noch genug. Aber es sollte eben Ansporn sein, weiterzumachen. Denn jetzt haben wir eben immer öfter die Bestätigung: Wir sind auf dem richtigen Weg.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Frank Baranowski