15. April 2011, 13:41 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Sicher haben Sie es schon bemerkt, wenn Sie in den letzten Tagen in der City unterwegs waren: Die mächtigen Stahlgerüste, die seit fast zehn Jahren die Fassade unseres Hans-Sachs-Hauses gestützt haben, sind abgebaut. Dadurch zeigt sich auch äußerlich der Baufortschritt. Die Stützen sind weg. Das Neue Hans-Sachs-Haus lernt laufen.
Und es geht - um im Bild zu bleiben - mit großen Schritten seiner Vollendung entgegen. In einem Jahr wird das Haus bereits bezogen sein. Schon jetzt ist der Eindruck in diesem so wichtigen Bereich der Gelsenkirchener Innenstadt nicht mehr der einer Bauruine, sondern einer sich rasch entwickelnden Baustelle. Der Rohbau im Inneren der denkmalgeschützten Originalfassade von Alfred Fischer aus dem Jahr 1927 ist weitgehend fertig gestellt, Innenausbau und Installationsarbeiten sind im vollen Gange. In den meisten Etagen sind bereits wieder die originalgetreuen Holzsprossenfenster eingesetzt. Die Fassade wird bald gereinigt und saniert werden, das Glasdach über dem neuen Atrium wird nach Ostern aufgesetzt. Auch wenn wir aufgrund des strengen Winters ein wenig in Verzug sind, ist das Neue Hans-Sachs-Haus insgesamt auf einem guten Weg.
Und das bedeutet nicht nur, dass Gelsenkirchen sein Rathaus und seinen Verwaltungssitz wieder bekommt, sondern es bedeutet, dass das Herz unserer südlichen Innenstadt nach fast zehnjährigem Stillstand wieder zu schlagen beginnt. Denn das war das Hans-Sachs-Haus in seiner Geschichte seit 1927: Herz und Mittelpunkt des städtischen Lebens, Ort, in dem Politik gemacht wurde, aber auch Ort gesellschaftlichen Lebens, Bühne, auf der die große weite Welt in der Stadt zu Gast war und Visitenkarte und gute Stube Gelsenkirchens, Ort für Austausch, für Streit, für ausgelassene Feiern ebenso wie für ernste Gespräche - kurz: ein wichtiger Bezugspunkt städtischen Lebens. Einen filmischen Eindruck dieser großen Tradition des Hans-Sachs-Hauses gibt es hier.
Und ich wünsche mir, dass all das bald wieder möglich sein wird. Denn es werden die Bürgerinnen und Bürger sein, die dieses Haus dann wieder mit Leben füllen werden, wie sie es in seiner gesamten Geschichte hindurch getan haben. Es soll wieder ein Ort des politischen Austausches, Veranstaltungszentrum, kultureller Magnet und damit ein Anziehungspunkt für alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener werden. Mit dem Bürgerforum, dem Atrium, dem Café, dem BÜRGERcenter, der Kommunalen Galerie und anderen Ausstellungsräumen wird es schnell wieder zu einem Platz werden, an dem Menschen zusammenkommen.
Das Neue Hans-Sachs-Haus wird bald wieder Ort städtischen Lebens sein
Mindestens genauso wie auf die belebende soziale Funktion freue ich mich schon auf die herausragende städtebauliche Rolle, die dieser architektonisch bundesweit bedeutende Bau von Alfred Fischer schon bald wieder wird spielen können. Denn der Neubau des Architekturbüros gmp greift den Geist der klassischen Moderne wieder auf und führt ihn zeitgemäß weiter. Das neue Hans-Sachs-Haus zeigt damit auch, wie wir mit unserer Stadt umgehen wollen: Wir wollen ihr Gesicht bewahren, ihre unverwechselbare Identität behalten und in die Zukunft führen.
Und auch rund um das Neue Hans-Sachs-Haus wird sich einiges tun. Die Ebertstraße - die Achse vom Musiktheater übers Hans-Sachs-Haus, den Heinrich-König-Platz bis hin zur Ahstraße soll wieder so gestaltet werden, wie es den herausragenden Gebäuden, die hier liegen, angemessen ist. Nicht nur unsere öffentlichen Gebäude, auch der öffentliche Raum wird dabei also saniert und ordentlich inszeniert. Denn das ist die Bühne, auf der das städtische Leben spielt. Hier findet Leben Stadt.
Ich freue mich darauf - und ich hoffe, Sie auch.
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski