11. Mai 2011, 19:02 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Als Oberbürgermeister erreichen mich häufig Briefe und Mails von Menschen, die sich über Missstände in der Stadt beklagen. Das ist okay so, denn auch dafür ist ein Oberbürgermeister da. Aber ab und an ist es auch mal richtig schön, positives Feedback zu bekommen. Deshalb habe ich mich in den vergangenen Tagen besonders gefreut.
Denn es erreichte mich eine kurze, sehr freundliche E-Mail einer Neu-Gelsenkirchenerin, die nun im derzeit im Umbau befindlichen Tossehof wohnt und sich begeistert zeigt über die Umgestaltung der in die Jahre gekommenen Wohnsiedlung, die Sanierung der Häuser und die Verbesserung des Wohnumfeldes. Ausdrücklich honorierte die Schreiberin die Anstrengungen, die die Stadt trotz knapper Kassen unternimmt, um die Lebensqualität der Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener zu erhöhen.
Ich muss zugeben: Ich war ernsthaft gerührt. Zum einen natürlich, weil ich auch nur ein Gelsenkirchener bin und dementsprechend schlecht damit umgehen kann, gelobt zu werden. Ein Kollektivtrauma, das ich bereits in einer früheren Kolumne beschrieben habe. Zum anderen aber, weil es gut tut, bestätigt zu bekommen, auf dem richtigen Weg zu sein. Und gut tut, dadurch einmal innezuhalten und gewahr zu werden, dass man auf diesem Weg schon Einiges erreicht hat. Und zum dritten: Weil es gut tut zu wissen, dass die Menschen in der Stadt diesen eingeschlagenen Weg teilen und ihn mitgehen. Und auf diese Weise die Entwicklung ihrer Stadt auch zu ihrer Angelegenheit machen.
Nicht nur im Tossehof tut sich ja gerade einiges, sondern an ganz vielen Stellen im Stadtgebiet. Die Stadt Gelsenkirchen erlebt derzeit das größte Stadterneuerungsprogramm ihrer Geschichte. In zehn Stadtteilen finden größere und kleinere Projekte der Stadterneuerung statt. In den letzten Jahren waren es rund 150 Projekte, in die 127 Millionen Euro investiert wurden: von Fassadensanierungen an der Bahnhofstraße, der Entwicklung eines neuen Stadtquartiers auf dem Gelände von Graf Bismarck oder dem Schalker Verein bis hin zu Platzgestaltungen in der Nachbarschaft. Die Lebensqualität von über 100.000 Menschen, die in den Programmgebieten wohnen, wird auf diese Weise dauerhaft gesteigert. Das ist das Ziel all dieser Anstrengungen: Gelsenkirchen jeden Tag ein weiteres Stück lebenswerter zu machen.
Lebensqualität einer Stadt zeigt sich in den Stadtteilen
Und das geschieht eben in aller erster Linie in den Stadtteilen: Denn dort leben die Menschen. Und sie leben offenbar an vielen Stellen in der Stadt gut. Denn nicht nur von der besagten Briefeschreiberin, sondern auch sonst immer öfter lese und höre ich den selbstbewussten Satz: „Gelsenkirchen ist schön!"
Dass das an noch mehr Stellen als jetzt schon so ist - daran arbeiten wir. Dass diese Arbeit von den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern honoriert wird - das freut mich und - ja - es macht mich ein bisschen stolz.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Frank Baranowski