21. Dezember 2011, 14:16 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Wenn die Geschenke besorgt und all die wichtigen Dinge vor Weihnachten erledigt sind, wenn langsam Ruhe einkehrt - dann neige ich kurz dazu, die Gültigkeit meines Kalenders anzuzweifeln. Ist dieses Jahr wirklich schon vorbei? Nach dem sonnigen November und fast schneelosen Dezember kommt mir das etwas verfrüht vor.
Vielleicht empfinde ich das nur deshalb so, weil 2011 insgesamt für Gelsenkirchen ein im guten Sinne leises Jahr war. Wir haben auf dieses Jahr nicht hingefiebert wie auf das Kulturhauptstadtjahr 2010 oder auf das Jahr der Fußball-WM 2006. Vielmehr war 2011 ein Jahr, in dem wir unaufgeregt, aber dafür eben sehr beharrlich für eine gute Zukunft unserer Stadt gearbeitet haben. Wir haben unsere Kraft nicht in ein großes Prestigeprojekt gesteckt, das in erster Linie auf die Aufmerksamkeit vieler Menschen zielt. Wir haben stattdessen in zahlreichen kleinen und mittelgroßen Projekten das Richtige und Nötige getan, um den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener eine lebens- und liebenswerte Heimat zu sichern - und weiterzuentwickeln.
Wie in den Vorjahren haben wir uns insbesondere um Stadterneuerung und die Förderung von Familien und Bildung gekümmert. Die Fortschritte der Stadterneuerung können sich sehen lassen: 2011 ist die Domplatte in Buer fertig geworden, die neuen Wohngebiete Graf Bismarck und am Schloss Horst werden jetzt vermarktet oder teilweise sogar schon bezogen. Die ehemaligen Brachflächen der Montanindustrie sind - wie zuletzt der Schalker Verein - fast vollständig aufbereitet und erschlossen. Und im neuen Jahr werden wir weitere wichtige Projekte starten: die Kulturmeile rund um das Kunstmuseum in Buer und die Neugestaltung des Heinrich-König-Platzes. Auch den Umbau des Tossehofs können wir dann abschließen.
Was uns 2011 wichtig war, wird es auch 2012 sein: Die möglichst gute Bildung aller Gelsenkirchener Kinder und Jugendlichen hat weiter Priorität. Die Bildungs- und damit Lebenschancen von jungen Menschen sollen in unserer Stadt nicht vom Geldbeutel, Schulabschluss und Herkunft der Eltern abhängen. Wir wollen - soweit es möglich ist - Bildungsbenachteiligungen beseitigen. Darum haben wir über die Jahre und mit viel Mühe eine nahezu lückenlose Betreuungskette entwickelt, mit der wir Familien, Mädchen und Jungen unterstützen. An dieser Betreuungskette nehmen inzwischen bundesweit Kommunen Anleihen. Damit wollen wir uns nicht zufrieden geben, sondern die Kinderbetreuung auch im kommenden Jahr weiter verbessern und ausbauen. Wir werden in den ersten Monaten des Jahres drei neue Kitas eröffnen, außerdem planen wir, sechs weitere zu errichten.
Ihnen allen ein gesundes und glückliches Jahr 2012
Gewiss gibt es in unserer Stadt noch viel zu tun. Dennoch sollten wir nicht übersehen, welche Dynamik sich bereits entwickelt hat. Unsere Arbeitslosenquote ist zwar immer noch hoch, zu hoch. Aber sie ist eben auch mit den Jahren deutlich gesunken - von einst 25 Prozent auf inzwischen weniger als 14 Prozent. Und wir haben erhebliches Potenzial für weitere Verbesserungen. Wir können Unternehmen, die sich hier ansiedeln oder die sich einfach nur erweitern wollen, Flächen anbieten - wozu andere Städte nicht mehr in der Lage sind. Nicht zuletzt vergrößern wir durch unsere Bildungsanstrengungen auch unser Potenzial für künftiges Wirtschaftswachstum. Daran werden wir 2012 arbeiten, leise und unaufgeregt, aber eben auch beharrlich und zielstrebig.
Ihnen allen wünsche ich ruhige und schöne Tage und ein gesundes und frohes neues Jahr 2012!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski