29. Februar 2012, 14:52 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Wir hatten eine starke Bewerbung abgegeben, keine Frage. Weil aber bei Wettbewerben immer eine gewisse Unsicherheit besteht, war die Nachricht Anfang der Woche dann doch ein Anlass zur Freude: Gelsenkirchen wird eine der Modellkommunen beim Landes-Projekt „Kein Kind zurücklassen - Kommunen in NRW beugen vor".
Unsere erfolgreiche Bewerbung baute auf dem auf, was wir uns in Gelsenkirchen in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt erarbeitet haben. Wir kümmern wir uns ja bekanntlich schon eine ganze Weile mit einigem Aufwand um eine möglichst frühe und möglichst gute Betreuung und Bildung unserer Kinder. Die Stadt hat aus zahlreichen einzelnen Maßnahmen eine inzwischen fast lückenlose Betreuungskette für die Förderung junger Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener zusammengesetzt. Denn wir wollen, dass jedes Gelsenkirchener Kind eine echte Chance im Leben bekommt. Und dass es eben nicht vom Geldbeutel, der Herkunft oder dem Bildungsgrad der Eltern abhängt, ob ein Kind gesund aufwächst oder nicht, ob es Abitur machen kann oder ob ihm das verwehrt bleibt.
Wir engagieren uns trotz knapper Mittel, weil sehr klar ist: Wenn wir heute nicht in die Bildung junger Menschen investieren, dann wird uns das in Zukunft noch mehr kosten. Wenn Schülerinnen und Schüler in der Grundschule aufgrund sprachlicher Defizite ins Hintertreffen geraten, dann wird es sehr schwierig, diesen Nachteil später noch einmal auszugleichen. Ganz zu schweigen von den sozialen Folgekosten, die entstehen, wenn der Übergang von der Schule in den Beruf nicht gelingt und alle weiteren Schritte im Leben schwerer fallen.
Eine Aufgabe für Stadt und Land
Bildungsbenachteiligungen entgegenzuwirken, das ist eine große und ehrgeizige Aufgabe. Und es ist nicht nur eine Aufgabe der Städte, sondern der gesamten Gesellschaft. Angesichts unserer finanziellen Situation können wir dabei jede Hilfe gut gebrauchen. Erfreulicherweise sieht das Land das ähnlich: Das Land Nordrhein-Westfalen will mit dem Projekt „Kein Kind zurücklassen" ausgewählte Städte und Kreise bei der öffentlichen Kinderbetreuung und bei den Bildungsangeboten unterstützen - damit diese Kommunen neue Wege finden und Anregungen für andere geben.
Die Auswahl als eine der Modellkommunen ist eine verdiente Anerkennung für jeden Einzelnen, der oder die sich in den Gelsenkirchener Kitas oder den anderen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für die gute Entwicklung und Betreuung junger Menschen einsetzt. Und nicht nur das. Es ist ein schönes Signal für unsere ganze Stadt: Das Land geht davon aus, dass wir mit unserer präventiven Familien- und Bildungspolitik ein Vorbild für andere sein können. Wir können ein Vorbild sein in einem Aufgabengebiet, das ganz wesentlich mit über die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet. Diese Bestätigung ist ein weiterer Ansporn für uns: ein Ansporn, nicht nachzulassen mit unserem Engagement für eine möglichst gute Betreuung und Bildung aller Gelsenkirchener Kinder!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski