01. Juni 2012, 13:47 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Die Bismarckstraße, die Horster Straße, der Verteilerkreis an der A2: Momentan wird in unserer Stadt gleich an mehreren wichtigen Verkehrsadern gearbeitet. Entsprechend zäh fließt zeitweise der Verkehr. Kein Wunder, dass viele Autofahrer darüber stöhnen. Und trotzdem – ich finde, unsere Baustellen sind auch ein gutes Zeichen!
Klar, es fällt nicht immer leicht, das so zu sehen. Meistens ist es ja so, dass sich unsere Laune sofort trübt, wenn wir in stockenden Verkehr geraten oder in eine Umleitung gelotst werden. Mir geht es nicht anders. Geplagt von der Sorge, zu spät zu kommen – und Zeit haben wir ja nie – blicken wir ständig auf die Uhr. Wenn wir dann noch allein im Wagen sitzen, ist die Versuchung groß, dem Unmut und der Ungeduld mal ein wenig Luft zu machen. Auch wenn Schimpfen bislang nur selten geholfen hat.
Über unseren Unwillen, eine kurze Verzögerung hinzunehmen, vergessen wir fast, dass wir im Grunde über fast jede einzelne Baustelle in unserer Stadt froh sein sollten. Denn gute und sichere Straßen sind wichtig, aber bekanntlich keine Selbstverständlichkeit. Nach den besonderen Anstrengungen im Vorfeld der Fußball-WM 2006 konnten wir in den vergangenen Jahren leider deutlich weniger für unser Straßennetz machen, als ich mir das gewünscht habe. Jetzt aber tut sich was an und auf den Gelsenkirchener Straßen!
Gut für Anwohner und Autofahrer
In diesem Jahr haben wir viel eigenes Geld in die Hand genommen und zudem erfolgreich Fördermittel beantragt, so dass wir gleich mehrere wichtige Dinge anpacken können. Wo wir einzelne Schlaglöcher schließen, handelt es sich eher um kosmetische Arbeiten. An anderen Stellen aber gehen wir richtig an die Substanz. An der Bismarckstraße zum Beispiel: Da wird nicht nur das Kopfsteinpflaster durch Flüsterasphalt ersetzt, da verschwinden auch endlich die Bahngleise aus der Straße. Solche Arbeiten benötigen Zeit, aber davon werden letztlich Anwohner wie durchfahrende Autofahrer gleichermaßen profitieren!
Ebenso wird die Verbindung von Horst nach Buer herausgeputzt – mit einer neu gestalteten Fahrbahn, mit ruhigerem Asphalt und mehr Platz für Radfahrer. Und es geht ja nicht nur um Straßenbau: Die sanierte Horster Straße wird künftig in die Buersche Kulturmeile münden, die sich rings um unserer städtisches Kunstmuseum ausbreitet. Der ganze Zugang zu unserem nördlichen Zentrum wird attraktiver!
Auch wenn es Zeit kostet: Die Grundversorgung geht vor
Für die meiste Aufregung sorgt gegenwärtig aber die Baustelle an der Kurt-Schumacher-Straße auf Höhe der Glückauf-Kampfbahn. An jenem Nadelöhr, durch das täglich mehrere tausend Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener fahren. Bisher hat noch kein anderes Thema auf der städtischen Facebook-Seite für so viele Wortmeldungen gesorgt wie dieses. Dabei hat hier gar nicht die Stadt die Arbeiten in Auftrag gegeben, sondern die Versorgungsunternehmen. Was die Arbeiten aber nicht unwichtiger macht: Die Unternehmen erneuern die Rohre, durch die das Trink- und Brauchwasser in den Gelsenkirchener Süden fließt.
Für den einzelnen Autofahrer mag es ärgerlich sein, wenn über die Sommermonate der Weg zur Arbeit, zur Familie oder zum Sport mehr Zeit beansprucht. Aber was sind ein paar Minuten im stockenden Verkehr pro Tag gegen die Gewissheit, dass eine lebenswichtige Grundversorgung sichergestellt ist?
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski