02. August 2012, 09:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Erst die Fußball-Europameisterschaft, dann die Tour de France, nun die Olympischen Spiele: Ein großes Sportereignis reiht sich an das nächste. Spannenden Sport können wir aber in diesem Sommer nicht nur an den Bildschirmen und als Zuschauer erleben - es gibt in unserer Stadt viele attraktive Möglichkeiten, selbst Sport zu treiben.
Schon die Zahlen belegen, dass Gelsenkirchen eine echte Sportstadt ist: Die Sportvereine in unserer Stadt haben insgesamt - die passiven Mitglieder von Schalke 04 nicht mitgerechnet - rund 50.000 Mitglieder. Fast jeder Fünfte von uns gehört also einem Sportverein an, betreibt Aerobic oder rudert, bringt Kindern das Einradfahren oder Turnen bei, spielt American Football oder Wasserball. Und all jene, die ohne Vereinsanbindung joggen oder Badminton spielen, sind dabei nicht einmal mitgezählt. Unter dem Dach von Gelsensport kommen 36 unterschiedliche Sportarten zusammen. Kurzum: Sport in Gelsenkirchen, das ist deutlich mehr als Fußball und die Begeisterung für S04 - auch wenn die Montagsausgabe der Zeitung nicht selten diesen Eindruck erweckt und wir natürlich stolz auf diesen besonderen Club sind.
Der Spitzensport, den wir jetzt bei Olympia zu sehen bekommen, zuvor bei der Fußball-Europameisterschaft und das Jahr über auf Schalke, benötigt den Breitensport. Ohne die kleinen Vereine, in denen ehrenamtliche Trainer Kinder an den Sport heranführen und das Bewegungstalent von Jugendlichen schulen, ohne diese Vereine gäbe es nicht die Idole in Blau-Weiß. Und ohne sie gäbe es auch nicht die Olympioniken, die in diesen Tagen in London laufen, springen und schießen - und deren Medaillen so eifrig gezählt werden, als ginge es bei den Spielen nicht in erster Linie um das gemeinschaftliche Erlebnis der Athletinnen und Athleten und den individuellen Lohn für Trainingsfleiß, sondern ausschließlich um das nationale Abschneiden im Medaillenspiegel.
Der Leistungssport braucht den Breitensport - im Unterschied dazu könnte der Breitensport aber durchaus ohne den Spitzensport auskommen. Klar, herausragende Sportlerinnen und Sportler liefern spannende Geschichten, sind Vorbilder für Kinder und Jugendliche und motivieren den einen oder die andere, mit noch mehr Leidenschaft zum Training zu gehen. Aber junge Menschen, da bin ich mir sicher, bewegen sich ohnehin gerne und würden das auch ohne Fernsehübertragungen tun.
Jedes Kind soll sein Talent entfalten
Wir wollen in Gelsenkirchen möglichst gute Voraussetzungen dafür schaffen, dass jede und jeder in unserer Stadt so viel Sport treiben kann, wie er oder sie mag. Ich möchte, dass die Gelsenkirchener Kinder und Jugendlichen ihren Bewegungsdrang ausleben können, dass sie Schwimmen lernen, ihr motorisches Geschick entfalten und Freude am Spiel mit Anderen haben. Und wer sich als Erwachsene diese Freude und seine Fitness erhalten will, der soll ebenfalls die Chance dazu haben!
Darum unterhält die Stadt selbst bei knappen Kassen viele öffentliche Sportstätten. Darum stellen wir den Vereinen die Sportplätze und Turnhallen kostenlos zur Verfügung, darum legen wir neue Nordic-Walking-Wege an und darum unterhalten wir auch drei Freibäder und vier Hallenbäder. Aus diesem Grund startet und endet im kommenden Jahr der Ruhr-Marathon bei uns in Gelsenkirchen. Die Möglichkeit, selbst Sport zu treiben, gehört einfach dazu - in Gelsenkirchen das ganze Jahr über und nicht nur im olympischen Sommer!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski