05. Oktober 2012, 10:44 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Wir alle benötigen manchmal viel Mühe für etwas, das Anderen leicht fällt. Und wir alle haben Momente, in denen wir einfach nicht allein zurechtkommen und Hilfe brauchen. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen: Wir alle haben unsere Schwächen, unsere Grenzen. Genau deshalb geht uns das Thema „Inklusion" auch alle an.
Das Thema Inklusion geht uns alle an - und wir in Gelsenkirchen wollen uns künftig verstärkt darum kümmern. Wir wollen den Impuls aufnehmen, den die UN-Konvention über die Rechte Behinderter gegeben hat: Die Konvention sieht vor, dass die Regelschulen besser an die Bedürfnisse behinderter Schülerinnen und Schüler angepasst werden sollen als bisher. Das ist eine große, wichtige und leider auch kostspielige Aufgabe, bei der auch der finanzielle Beitrag von Bund und Land gefragt ist. Je stärker sich beide Ebenen engagieren, umso rascher können wir Ergebnisse erzielen. Und doch wird damit unsere Vorstellung von „Inklusion" noch nicht erfüllt sein.
Wir wollen in unserer Stadt mehr tun: In den kommenden Monaten und Jahren wollen wir ein möglichst barrierefreies und inklusives Gelsenkirchen entstehen lassen. Mein Ziel - und nicht nur meins - ist eine Stadt, in der sich jede Bürgerin und jeder Bürger möglichst unabhängig bewegen kann, frei von sichtbaren wie unsichtbaren Barrieren. Ein Gemeinwesen, in dem von der Kita und der Schule angefangen bis ins hohe Alter niemand durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung vom städtischen Leben ferngehalten wird. In dem jede und jeder zur Stadtgesellschaft dazu gehört, die oder der das möchte.
Auf dem Weg dorthin, auf dem Weg zum Traumziel „Barrierefreiheit" werden wir zunächst Ideen sammeln. Wir wollen in einem großen Diskussionsprozess in Erfahrung bringen, welche materiellen und mentalen Barrieren Menschen mit Handicap das Leben schwer machen - seien es nun Bordsteinkanten, fehlende Zugänge zu öffentlichen Gebäuden für Rollstuhlfahrer oder Vorurteile. Im nächsten Schritt werden wir - soweit das in unserer Macht steht - daran gehen, diese Barrieren nach und nach abzubauen.
An einer Stadt für alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener arbeiten wir auch in anderen Bereichen: mit unseren früh ansetzenden Bildungsangeboten, mit unseren Hilfen für Senioren. Nun wollen wir sie noch ein wenig zugänglicher für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen machen. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam bestehende Grenzen verschieben können - und zugleich bin ich gespannt, welche Ergebnisse die Workshops, Ideenwerkstätten und anderen Veranstaltungen zum Thema Inklusion bringen werden!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski