19. Dezember 2012, 13:34 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Weihnachten und die folgenden Tage bis zum Jahreswechsel - das ist eine Zeit der Ruhe, der Besinnlichkeit, der Rückschau. Auch in diesem Jahr. Und das tut natürlich gut nach den eher hektischen Tagen vor dem Fest, an denen so vieles noch erledigt werden musste und an denen ein Thema mich besonders umgetrieben hat.
Das waren vor allem die schlechten Nachrichten von wichtigen Unternehmen in der Stadt und in der Region. Bei TRW in Schalke sind 150 Arbeitsplätze gefährdet, bei Opel in Bochum noch deutlich mehr - und in beiden Fällen konnten die Sorgen der betroffenen Kolleginnen und Kollegen nicht vor den Feiertagen ausgeräumt werden. Wie viele andere ärgere ich mich über die Entscheidungen einiger Manager und wünsche ich den betroffenen Beschäftigten und ihren Familien, dass sie diese Situation glimpflich überstehen.
Was wir jetzt als Stadt tun können, das tun wir: Wir unterstützen Gespräche von Arbeitgebern und Beschäftigten, suchen nach Lösungen und arbeiten daran, mittel- bis langfristig mehr Unterstützung für den Industriestandort zu bekommen. Und wichtig sind ganz sicher auch die mehrfachen Solidaritätsbekundungen der Gelsenkircherinnen und Gelsenkirchener.
Zugleich sollten wir aber nicht ganz übersehen, was abseits von TRW und Opel geschieht. Gerade jetzt nicht, in der Phase der Jahresrückblicke. Denn unterm Strich verlieren wir in Gelsenkirchen keine Stellen, sondern bekommen neue dazu. In den vergangenen Jahren haben wir im Schnitt rund 1.000 Arbeitsplätze pro Jahr dazu gewonnen. Das geschieht im Kleinen, hier wird ein Posten ausgeschrieben, dort werden zwei neu besetzt - und so etwas fällt natürlich weniger auf, als wenn auf einen Schlag mehr als 100 Stellen verschwinden.
Trotzdem: Es summiert sich.
Neue Wohngebiete und Attraktionen
Zudem hat sich das Gesicht unserer Stadt in den vergangenen Monaten wieder deutlich verändert. Wichtige Entwicklungsflächen sind spürbar vorangekommen. Auf der Zukunftsfläche Graf Bismarck stehen nicht nur die ersten Häuser, hier hat sich bereits ein erstes Unternehmen angesiedelt - was sich von der Ostseite des Schalker Vereins ebenfalls berichten lässt. Das Baugebiet „Wohnen am Stadtgarten", das derzeit erfolgreich vermarktet wird, entwickelt sich zu einem Muster für attraktives Wohnen in der Innenstadt.
Auch für Besucher hat unsere Stadt 2012 eine echte Attraktion hinzu gewonnen. Eine Doppel-Attraktion sogar: Mit der Eröffnung der Besucherterrasse auf dem Nordsternturm befindet sich nun einer von sieben Hochpunkten des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen. Und dieser Hochpunkt bietet eine spektakuläre Aussicht über unsere Stadt und das Ruhrgebiet. Zeitgleich damit eröffnete im Nordsternturm dank des Engagements von Vivawest auch das Videokunstzentrum, das junge, innovative Kunst der Münchener Sammlung Goetz und des „neuen.berliner.kunstvereins" zeigt. Es zieht Kunstfreunde von weit her nach Gelsenkirchen und es wird auf das kulturelle Leben im gesamten Revier ausstrahlen.
Weiter für bestmögliche Bildung
Natürlich haben wir auch 2012 weiter mit viel Fleiß daran gearbeitet, die Bildungschancen unserer Kinder zu verbessern. Das ist kein Projekt, das sich so rasch abschließen lässt. Ganz im Gegenteil. Es gibt noch immer viel zu tun, wenn wir jedem Gelsenkirchener Kind die bestmögliche Unterstützung und Bildung zukommen lassen wollen. Wenn wir wollen, dass es nicht allein vom Zufall abhängt, vom Geldbeutel, der Herkunft und dem Bildungsgrad der Eltern, wie sich ein Kind entwickelt, ob es gesund ist oder nicht!
Inzwischen finden wir wiederholt Anerkennung dafür. Wir sind seit diesem Jahr Modellkommunen des Landesprojektes „Kein Kind zurücklassen" und haben zum dritten Mal in Folge den Titel einer „Stadt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Vereinten Nationen verliehen bekommen. Kürzlich haben wir ebenfalls für dieses Thema den deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten. All das ist wichtiger Rückenwind für unsere Arbeit, den wir gut gebrauchen können auf unserem Weg. Aber auch wenn dieser Weg lang sein sollte - am Ende eines Jahres, mit etwas Abstand, da sieht man dann doch, dass wir um einige Schritte vorwärts gekommen sind.
Die Ruhe und den Abstand vom Alltag, die wünsche ich nun zum Jahresende uns allen. Genießen Sie während der Feiertage schöne Stunden im Kreis der Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, und starten Sie gut in ein hoffentlich gesundes und glückliches Jahr 2013!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski