18. Januar 2013, 10:59 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
An den ersten Tagen haben wir noch aus Gewohnheit hinter die 2-0-1 eine weitere 2 gesetzt. Inzwischen passiert das nicht mehr, inzwischen sind wir alle im Jahr 2013 angekommen. In einem Jahr, das manches Neues bringt - und in dem wir Wichtiges fortsetzen wollen: unsere Arbeit für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Sichtbar wird das Neue zuerst im nördlichen unserer beiden Zentren: Die Kulturmeile Buer nimmt immer stärker Konturen an, der Eingang zur Innenstadt wird attraktiver. Und wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, kommt ein Kunstwerk hinzu, das den öffentlichen Raum in diesem Abschnitt ganz sicher spannender macht.
In der südlichen City hingegen gehen die Arbeiten 2013 erst richtig los. Sie beginnen am Heinrich-König-Platz und werden von da auf die Ebertstraße ausgeweitet, auf die Achse zwischen Musiktheater und Hans-Sachs-Haus. Ja, 2013 kehrt das Hans-Sachs-Haus zurück: Im Sommer soll es fertig gestellt sein, und dann werden Rat und Verwaltung es auch beziehen. Natürlich hat der Neubau länger gedauert als gewünscht, doch ich bleibe dabei: Lieber warte ich, als dass die Kosten in die Höhe schießen. Umso mehr freue ich mich jetzt auf das neue Haus, das ein lebendiger Ort für alle Menschen in Gelsenkirchen sein soll!
Bildung, Finanzen, Energie - überall geht es um Nachhaltigkeit
Es tut gut, diese Fortschritte zu sehen. Zugleich weiß ich auch: An anderen Stellen wird es länger dauern, bis wir die Früchte unserer Arbeiten ernten können. Bei vielem, was die Stadt und engagierte Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener leisten, zeigt sich das Resultat erst Jahre später. Bei der Bildung etwa schiebt sich eine erhebliche Zeitspanne zwischen dem Handeln und den mess- wie sichtbaren Erfolgen. Für mich heißt das: Wenn wir mit begrenzten Mitteln etwas Dauerhaftes für Gelsenkirchen bewerkstelligen wollen, dann müssen wir langfristig denken. Und darum orientieren wir uns 2013 am Kriterium der Nachhaltigkeit - egal, ob es um Finanzen, Bildung, Energie oder Stadterneuerung geht.
Das Thema Bildung habe ich bereits in dieser Kolumne und auch sonst schon oft erwähnt. Und doch ist es eben so: Nichts ist in meinen Augen so wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung wie eine gute Bildung für unsere Kinder und Jugendlichen. Und zwar für alle. Wenn wir das langfristige Potenzial unserer Stadt heben und steigern wollen, dann müssen wir jedem und jeder die Chance geben, sein persönliches Potenzial zu entfalten!
Beim Thema Energie haben wir ebenfalls schon viel getan, um nachhaltig zu werden. Die ehemalige Stadt der tausend Feuer ist ein wichtiger Standort für die Erzeugung regenerativer Energie und ihre effiziente Nutzung geworden. Die Stadt hat ihr Engagement bei der ELE erneuert und sogar ausgebaut, um ab 2013 bei der Energieversorgung im Stadtgebiet stärker die Interessen der Stadt - ökonomische wie ökologische - einbringen zu können. Und wir wollen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, auch gerne private Initiativen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit unterstützen.
Nachhaltige Finanzen - das verlangt mehr als nur Sparen
Ein entscheidender Faktor für eine nachhaltige Stadt ist wie immer das Geld. Wir müssen mit wenig Geld viel bewegen - das ist das eine. Wie aber sieht ein nachhaltiger Umgang mit den städtischen Finanzen aus? Nachhaltigkeit heißt ja, dass man nicht mehr entnimmt als nachwächst. Wäre also eine radikale Sparpolitik, die uns gerne von außen empfohlen wird, nachhaltig? Seien wir ehrlich: Wenn unsere Stadt keine Ausgaben mehr tätigt, nicht mehr in Kindertagesstätten, Straßen und Schulen investiert, dann ist das alles andere nachhaltig. Dann gehen wir an die Substanz, an die Wurzel. Der Kahlschlag wäre alles andere als nachhaltig!
Wir werden also 2013 auch sparen - jedoch wie immer mit Augenmaß. Wir werden jeden Euro zweimal umdrehen, aber die notwendigen Investitionen vornehmen. Wir werden weiterhin darauf achten, dass etwas nachwächst!
Glück auf!
Ihr
Frank Baranowski